Ponywaldschänke bei Regen, Regen, Regen

Pause

Natürlich, da ist es den ganzen Mai so wunderschön sonnig und warm, und als Leni – mein Nachwuchswanderreitertalent und Patenkind – und ich endlich unseren längsten gemeinsamen Ausritt starten mit Pause an der Ponywaldschänke, regnet es.

Angesagt war allerdings trockenes Wetter, und so haben wir doch etwas blöd aus den Regenklamotten geschaut, als es nur noch regnete.

Zum Glück hatten wir alles dabei – Regenhose und Wachsjacke für Leni und den riesigen Mantel von Loesdau für mich (und Rocco).

Es regnete wirklich vom 3. Kilometer an, bis wir wieder an der Weide waren. Die Pause an der Ponywaldschänke fiel besonders nass aus, aber wir trotzdem dem Regen, saßen unter der Kastanie am Anbinder und aßen unser leckeres bestelltes Mittagessen. Pah! Wen stört schon Regen!

Ein Wanderreiter kennt keinen Schmerz 😉
Rocco und Hördur waren allerdings beide nicht so begeistert. Trotz des Wetters war Rocco sehr langsam und kaum zum Galopp zu bewegen. Vielleicht hatte er über Nacht zu sehr gefroren und war davon müde und verkrampft. Ich beschloss daraufhin, ihn in Zukunft – so ungern ich das tue – bei solchem Wetter mit Regendecke auf die Weide zu stellen. Wenn er SO viel Energie verbraucht, nur um warm zu bleiben, ist es das nicht wert.

Und siehe da, als er am nächsten Tag – mit Decke – unterwegs war, war er wieder bester Laune.

Nach unserem ziemlich nassen und für Leni auch irgendwann kalten Ausritt gab es eine heiße Badewanne für Leni, eine heiße Dusche für mich, einen Bademantel für Gina und dann Abends noch leckere gegrillte Burger bei Freunden zum WM-Aus für Deutschland.

Zum Glück ist das Wetter für unseren geplanten Urlaub und Wanderritt deutlich besser!!

 

Heister Wald und Eis essen

Heister Wald Kachelöfchen

Heute haben wir recht spontan eine 20-Kilometer-Tour hingelegt. Ich war mit Chris, die ihren Traber-Knabstrupper-Mix Jiaccomo in Roccos Herde stehen hat, zu einem längeren Ausritt verabredet. Wir dachten, wir reiten mal wieder in den Heister Wald, in die Gegend kommen wir nicht so häufig und die Holmer Sandberge hängen uns und den Pferden langsam zu den Ohren raus 🙂

Gemütlich sind wir in Richtung Holm geritten, dort über den Lehmweg hinüber und dann im Holmer Wald eingetaucht. Danach vorbei an den zwei Reiställen, Deelenhof und Hof Weidengrund. Danach geht es bald rechts in einen Reitweg hinein, man kreuzt einen Spurenweg und schräg rechts gegenüber geht es wieder in einen Reitweg hinein. Man kreuzt eine Brücke über die Holmau und taucht dann nach einem recht schmalen Reitweg in den Heister Wald ein. Wir ritten weiter Richtung Norden, eine wunderschöne Galoppstrecke, auf der die Pferde nochmal Gas geben konnten und kamen dann nach Heist hinein. Beim Eiscafé zum Kachelöfchen gab es dann endlich eine Pause.
Die Pferde durften Grasen, Gina durfte sich ausruhen und Chris holte uns riesige Eistüten. Auch Gina bekam einen Becher mit einer Kugel Vanilleeis.

Die Pause tat allen gut und danach ging es flotten Schrittes zurück in Richtung Holmer Sandberge.
Rocco war leider nicht allzu motiviert. Gestern war er bereits länger mit seiner Reitbeteiligung unterwegs und ich denke mal, dass seine Krankheit ihm eben irgendwo immer Grenzen setzen wird. So gut seine Atmung heute auch war und sein Tempo war zumindest nicht total langsam, man merkte ihm eben an, dass er nicht 100% dabei war. Ich merke mir also, ihn vor längeren Ritten lieber einen Tag zu schonen.
Und natürlich habe ich mir heute während der Tour wieder so meine Gedanken gemacht über das Wanderreiten mit dem gesundheitlich eingeschränkten Rocco.
Vermutlich werden wir uns auf Tagestouren bis maximal 25km beschränken müssen, wenn er denn am Tag zuvor einen Ruhetag hatte. Einen Wanderritt, der länger als 2 Tage geht, sollte ich mit ihm nicht mehr machen. Und wenn dann nur mit einer Pause alle 2 Tage. Die Tagesabschnitte eines Wanderritts sollten wohl geplant eher 15km betragen – denn erstens wird es meistens doch ein wenig länger als die Route, die man sich per GPS so ausmisst, und zweitens kann man ja immernoch Schlenker einbauen, wenn man merkt, dass er noch lauffreudig genug ist.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich weiterhin mit der Überlegung spiele, mir in der näheren Zukunft (1-2 Jahre?) vielleicht doch noch ein zweites Pferd zu kaufen, mit welchem eben das Thema Wanderreiten wieder deutlich mehr angegangen werden kann. Ich würde Rocco niemals verkaufen, weil er nicht mehr die Leistung bringen kann, die ich von ihm bräuchte. Er ist und bleibt mein absolutes Herzenspferd. Aber ich möchte ihn auch nicht zu etwas drängen, was er nicht mehr leisten kann und ich möchte auf der anderen Seite gerne weiterhin flottere und längere Wanderritte machen können.

Der Gedanke muss sich erst einmal weiter setzen und in Ruhe und über längere Zeit überdacht werden. Die Finanzen müssen dafür ordentlich geprüft werden und dann bekommt Rocco vielleicht einen Kumpel, der ihm die harte Arbeit abnimmt.
Jedenfalls muss ich erst einmal damit zufrieden sein, dass Rocco gesundheitlich überhaupt wieder so weit gekommen ist und so lange Touren überhaupt möglich sind. Er wird aktuell jeden Tag bewegt, sei es von seiner  Pflegebeteiligung bei sehr sehr langen Spaziergängen oder von seiner  Reitbeteiligung bei langen, abwechslungsreichen Ausritten oder von mir bei langen Ausritten, kurzen flotten Ausritten oder auf dem Reitplatz. So gut in Form und gut konditioniert war er lange nicht mehr, denn alleine kann ich das gar nicht leisten, was wir nun zu dritt mit ihm schaffen. Roccos Mädels sind unbezahlbar 🙂

Dass Rocco überhaupt nochmal so fit werden würde, hätte ich vor anderthalb Jahren niemals für möglich gehalten. Und so muss man einfach glücklich sein, dass das Pferd überhaupt noch einmal eine solche Lebensqualität erreicht hat!

P.S.: Übrigens ist es herrlich, während eines Deutschland-WM-Spiels einen Ausritt zu machen. Wir hatten den GANZEN Wald für uns 🙂