Sag niemals nie ;)

Fast ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit wir Rocco nach Rehedyk gebracht haben. Ein Jahr, in dem er uns hier sehr, sehr gefehlt hat. Und ein Jahr, in dem ich feststellen musste, dass mir die Fahrerei leider nicht so oft gelingt, wie ich es gern hätte. Pro Strecke eine Tour von 50 Minuten, und tatsächlich hatten wir fast das ganze Jahr über irgendwo eine Sperrung auf der Strecke, so dass wir Umwege und damit noch längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen mussten.

Wir stellten fest, dass Roccos Gesundheitszustand dort in Nordseenähe leider nicht so viel besser wurde, wie erhofft. Es war einen Versuch wert, doch man darf nicht vergessen, dass Rocco nicht nur einfach eine COB hat. Die Fibrose im Endstadium und die Säbelscheidentrachea spielen ja auch eine große Rolle. Leider.
Rocco ging es im Sommer 2019 leider schlechter als im Sommer 2018 – und der Sommer 2018 war ja, wie wir alle noch in schöner Erinnerung haben – ein wahnsinnig heißer, sonniger Sommer.
Da also die Nordseeluft ihm mit seinen vielen verschiedenen Lungenkrankheiten kaum zu helfen scheint und wir ihm so überhaupt nicht gerecht werden können, haben Emma (Roccos & Slys Reitbeteiligung) und ich beschlossen, ihn zurück in die Heimat zu holen. In unserer Herde hier gab es gerade einige Veränderungen, und so konnte ich Rocco zu einem sehr günstigen Zeitpunkt zurück holen.

Am Mittwoch war es dann soweit. Als Rocco aus dem Hänger kam, schaute er sich äußerst neugierig um. Seinen alten Weidekumpel Hördur – den Isländer von unserem kleinen Wanderritt im Sommer 2018 – erkannte Rocco sofort wieder. Die beide erhielten einen neuen Weidekumpel – ein jüngeres Pferd mit Fesselträgerschaden – und auch ein vierter, bereits bekannter alter Kumpel stößt auch bald wieder dazu.
Rocco ist momentan sehr aufmerksam, extrem an Stuten interessiert (er hatte auf Rehedyk eine “Geliebte”  😀 ) und ziemlich gut gelaunt. Alle, die ihn von früher kennen und an seiner Weide vorbeilaufen, werden mit lautem Wiehern begrüßt – Mensch wie Pferd. Er sieht recht glücklich aus und wir hoffen so sehr, dass es ihm hier gut gehen wird. Es ist schon eine große Erleichterung, beide Pferde an einem Ort haben zu können.
Wir planen mit Rocco und Sly in Zukunft Spaziergänge zu unternehmen – je nach Roccos Zustand diese vielleicht etwas auszudehen, vielleicht auch mal wieder mit dem Hänger loszufahren um dort einen größeren Spaziergang zu machen.
Sly macht sich ebenfalls super. Wir haben die Herde gewechselt und stehen nun direkt am Haus der Stallbesitzerin. Somit habe ich kurze Wege und muss den superschweren Westernsattel nicht ständig mit meinem Auto umher fahren und -schleppen. Sly ist, seit er dort vorne steht, deutlich ruhiger geworden. Irgendetwas an der Sommerweide gefiel ihm nicht, mit dem Weidewechsel damals im Mai fing er an, sehr schreckhaft und auch anstrengend zu werden.

Nun geht es ihm nach Behandlung durch eine Heilpraktikerin, Fütterung von sehr gutem Mineralfutter (Atcom Champion Vital)  und dem kleinen Ortswechsel deutlich besser. Er ist sehr entspannt und ist heute sogar im Galopp auf mich zugekommen <3
In drei Wochen wollen Daniela mit Pferd Sam und ich unsere nächste Tour unternehmen und mit den beiden Pferden – Sam und Sly – eine Tagestour machen.

Ich bin gespannt, wie die beiden sich machen! Wir könnten ein sehr gutes Wanderreitpaar werden – denn Pferde, Hunde und auch wir verstehen uns super.
Stay tuned – es geht langsam wieder los mit dem Wanderreiten (oder auch einfach mal nur wandern, mit Rocco und Sly).
JUHU!

 

Rocco das Seepferdchen

Etwas verspätet kommt nun auch endlich der Bericht über Roccos Umzug in die neue Heimat!

Am 24.11. habe ich Rocco in seine neue Heimat an der frischen Nordseeluft gebracht. Es tat mir echt im Herzen weh, ihn aus seiner gewohnten Umgebung reißen zu müssen und ihn Stress auszusetzen, den ein krankes Pferd einfach nicht unbedingt haben sollte.
Aber die Aussicht, dass er dort wahrscheinlich viele bessere Tage haben wird als bei uns – und das ohne ständiges Inhalieren, Schleimlöser fressen, Bauch massieren und so weiter, war es mir eben doch auf jeden Fall wert.

Außerdem hatte ich wirklich Angst, dass Rocco noch so einen Jahrhundertsommer nicht überstehen wird 🙁
Die neue Heimat ist der Hof Rehedyk von Tanja Rühter-Böttger in Sankt Michaelisdonn in der Nähe von Friedrichskoog. Die Nordsee ist dort 10km Luftlinie entfernt, was aber immernoch absolut ausreicht, um die Atemwege zu pflegen und den Schleim zu lösen.

Silke – eine Freundin aus unserem Stall hier bei Hamburg – und meine Reitbeteiligung Emma haben Rocco und mich begleitet. Und so haben wir ein paar Tage in einer der schönen Ferienwohnungen von Tanja gewohnt und Rocco Gesellschaft geleistet.

Die Zeit verging wie im Flug und Rocco wurde langsam in die Herde integriert. Da es eine Menge Platz zum Ausweichen und viele Möglichkeiten zum Unterstellen gibt, gab es hier keine weiteren Probleme. Rocco ist rangniedrig und hält sich lieber raus, dafür braucht er aber auch länger, um sich irgendwie an die anderen heran zu trauen.
Nachts durfte er weiterhin in einer großen, luftigen, staubarmen Box stehen und in Ruhe sein gewässertes Heu knabbern und in seinem Bettchen schlafen, während die anderen drei Pferde aus der Herde vor seiner Tür übernachten.

So hat Rocco nachts die Ruhe, die er braucht und bekommt genug zu futtern, ohne Stress zu bekommen. Tagsüber kommt er dann zu den anderen dazu und hinter dem großzügigen Paddock-Trail wird bei guten Wetterbedingungen auch im Winter das Weidetor geöffnet. Dort haben die Pferde unendlich viel Platz und viel leckeres Marsch-Gras zum genießen.

Nun sind schon drei Wochen vergangen, in denen Emma und ich Rocco abwechselnd oder auch zusammen besucht haben. In Tanjas Reithalle darf Rocco sich austoben und sogar endlich wieder mit seinem Gymnastikball spielen. Und wie er das macht!

Die Luft tut ihm gut, die Nase läuft ohne unser Zutun. In Hamburg haben wir das selbst mit regelmäßigem Inhalieren plus Scheimlöser nicht mehr geschafft.

Und auch sonst scheint Rocco recht entspannt dort zu sein und genießt das Rentnerdasein. Außerdem freundet er sich wohl mit der Stute der Herde an, was mich wirklich sehr freut. Rocco ist so süß mit Stuten, dass ich mir immer gewünscht habe, ihn mal irgendwann in eine Herde mit Stuten stellen zu können. So kann er also sein Frührentnerdasein auch noch mit einer Freundin verbringen <3

Ich bin unendlich erleichtert, dass es Rocco dort gut geht und er gut in der Herde ankommt, auch wenn es bei ihm immer ein wenig dauert. Natürlich geht es ihm auch dort an warmen, sehr feuchten Tagen schlecht. Die Krankheit ist da und wird ja durch die gute, jodhaltige Luft nicht geheilt. Aber der Schleim löst sich automatisch und so heilen hoffentlich auch die Entzündungen in der Lunge und dem Lungengewebe besser ab und er hat eine Chance, ohne Infekte noch eine schöne Zeit zu haben. Und hoffentlich auch mit weniger Beschwerden was den Rentner-Weidealltag angeht.

Ich kann den Hof Rehedyk für Wanderreiter, Kurpferde oder eben Rentner allerwärmstens empfehlen – Tanja hat dort auch eine Salzkammer und den Air One Inhalator und hat selbst zwei eigene lungenkranke Pferde und widmet sich allen Pferden immer mit voller Aufmerksamkeit und Zuneigung. Außerdem gibt es mehrere offene Gastboxen, Weidestücke sowie Gästezimmer und Ferienwohnungen. Bei Interesse könnt ihr Tanja einfach anschreiben 🙂 Empfehlen kann ich übrigens auch ihre Kurse und Seminare als TGT-Zertifizierte Trainerin auf dem idyllischen Hof 🙂

 

Achtung bei der Trockenheit – Husten vorprogrammiert

COB Schleim Pferd

Aus akutem Anlass was die Hitze und Trockenheit angeht, schreibe ich  heute mal wieder in Sachen #COB / #COPD beziehungsweise #Lungenerkrankungen. Es häufen sich bei mir die Meldungen, dass in verschiedenen Ställen, egal welcher Haltung, immer mehr Pferde husten. Viele husten nicht nur ein paar Mal, sondern dauerhaft und auch schon gequält. Und auch viele Meldungen beinhalten, dass manche Reiter gar nichts dagegen tun, außer das Pferd weiter zu reiten. Ich möchte nicht auf den Pferdebesitzern herumhacken, sondern euch ein paar Tipps geben, wie ihr euren Pferden durch diesen für sie sehr belastenden Sommer helfen könnt!

Staub, Staub, Staub

Alles staubt nun schon wieder seit Wochen. Die Reitplätze, wenn nicht ordentlich gewässert, stauben so sehr, dass wir Reiter hinterher beim Naseputzen ein schwarzes Taschentuch haben. Von den Reithallen ganz zu schweigen. Denkt daran, dass eure Pferde ihre Nasen, wenn ihr sie vorwärts-abwärts reitet, noch viel tiefer im Staub haben und dabei auch noch auf Leistung laufen – also die Nüstern schön weit blähen, um bei der Wärme und der Arbeit genug Luft zu bekommen. Und damit eben auch eine Menge Staub tief einatmen.


Auf diesem Video war ich vor zwei Wochen mit meinem Patenkind auf einem Wanderritt im Wendland. Man sieht hier ganz gut, wie es selbst nur beim Schrittreiten den Staub aufwirbelt und Leni die ganze Zeit in der Staubwolke sitzt. Von der Pferdenase ganz zu schweigen..

Was passiert in der Pferdelunge durch den Staub?

Interessanterweise war ich gerade gestern auf einem Festival, wo es extrem gestaubt hat. Hier konnte ich mal am eigenen Körper erleben, wie es für die Pferde sein muss.
Ich bin weder Arzt noch sonst in dieser Richtung ausgebildet, habe aber wirklich eine Menge Erfahrung mit dem Thema gesammelt und erkläre es somit mit eigenen Worten: Die Flimmerhärchen sind eigentlich dazu da, Keime, Staub und anderes über einen feuchten Schutzfilm in den Rachen zu transportieren, damit diese schädigenden Dinge heruntergeschluckt werden, statt in die Lunge zu gelangen. Zwischen den Härchen sind Schleimdrüsen, die den Film feucht halten. Wird der Film zu trocken, wird Schleim nachproduziert. Dies passiert auch bei einem Infekt – wie wir auch von uns kennen, wenn wir erkältet sind. Die Schleimhäute fühlen sich furchtbar trocken an, aber man ist in den Atemwegen völlig verschleimt. Die Drüsen produzieren also bei einem Infekt, durch den die Schleimhäute austrocknen, ständig mehr und mehr Schleim, der sich dann in den Nebenhöhlen und der Lunge festsetzt.
Bei der Belastung durch zu viel Staub ist es das gleiche: auf lange Zeit viel Staub trocknet die Schleimhäute des Pferdes (und auch des Menschen, wie bei mir gestern auf dem Festival) aus. Also wird mehr Schleim produziert. Wenn das Pferd aber regelmäßig zu viel Staub ausgesetzt ist und die Drüsen ständig überprozieren müssen, sammelt sich immer mehr Schleim in der Lunge. Der Staub, den das Pferd dabei einatmet und der nicht komplett von den Flimmerhärchen abtransportiert werden kann, macht aus dem noch flüssigen Schleim festen Kleister. Diesen sehr zähen Schleim hört der Tierarzt beim Abhorchen des Pferdes nicht mehr. Auch muss ein Pferd oft nicht husten, weil der Schleim eben so fest sitzt, dass er sich nicht bewegt und somit keinen Reiz auslöst.
Manche Pferde husten auch nur einmal, beim ersten Trab oder Galopp, weil sich ganz kurz etwas bewegt hat. Danach aber nicht mehr. Der Schleim ist einfach zu fest.
Viele Tierärzte geben dann dem Pferd leider Ventiplus oder einen anderen Lungen/Bronchienerweiterer. Damit das Pferd wieder besser zu Atem kommt. Wenn man sich nun aber vorstellt, dass die Atemwege geweitet werden und die Staubbelastung bleibt, treiben wir den Staub NOCH tiefer und in noch größeren Mengen in die Lunge hinein. Der Schleim wird noch zäher. Durch den dauerhaften Schleim in der Lunge und den Dreck/Staub entstehen Entzündungen in der Lunge. Der Körper schaltet also in den “Infekt”-Modus und die Schleimdrüsen arbeiten auf Hochtouren, denn das Pferd scheint ja krank zu sein. Und schon stecken wir in der abwärts laufenden Spirale. Die Lunge wird immer voller. Man schont das Pferd, weil es entweder hustet oder weil es langsam, über eine längere Zeit, an Leistung verliert und schneller kurzatmig wird. Bei uns dauerte dies Jahre. Durch das schonen muss die Lunge nicht mehr richtig arbeiten und der Schleim verflüssigt sich gar nicht mehr….
An diesem Punkt standen wir dann im Januar 2017, Roccos Lunge war so stark aufgebläht durch den Schleim und immer mehr Luft, die er sich reingezogen hat aber nicht mehr vollständig ausatmen konnte.. er versuchte, sie durch krampfhaftes nachdrücken (Bauchatmung -> Dampfrinne) herauszupressen, aber es ging nicht. Er schaffte im Januar nur noch 5 Minuten Schritt, dann war die Atmung schon bei 60 Atemzügen pro Minute. Das ist vergleichbar mit der Atmung eines gesunden Pferdes nach längerer Dressurarbeit mit viel Trab und Galopp…

Im Gelände

Beim Ausreiten ist es fast noch schlimmer. Die Reitwege, die wir zumindest hier in Hamburg und Umgebung haben, stauben wie in der Wüste. Auch im Wendland auf unserem letzten Wanderritt (siehe Video oben) war die Luft braun vom Staub. Wenn einer vorweg reitet, atmen die hinteren Pferde (und natürlich auch Reiter und Hunde), den ganzen Staub ein. Besonders gut macht sich das beim Galoppieren, wenn die Nüstern schön weit geöffnet sind..

Auf der Weide, im Offenstall

Stehen die Pferde zum Beispiel im Offenstall oder auf der Weide neben dem Reitplatz, bekommen sie den ganzen Staub der Reiter ab. Stehen sie im Offenstall mit Sandplatz, wälzen sie sich im Staub und atmen ihn so richtig tief am Boden ein. Ist die Weide stark heruntergefressen, staubt der Boden extrem. Und dazu kommt bei vielen noch das Heu des letzten Jahres, das zugefüttert wird, weil die Weiden so trocken sind und nicht genug nachwachsen. Durch den absolut miesen Sommer letztes Jahr ist das Heu oft sehr, sehr staubig!

Ihr seht – die Pferde, so viel sie auch draußen stehen mögen, sind diesen Sommer einer riesigen Menge Staub ausgesetzt. Ich habe inzwischen von vielen Freunden und Bekannten gehört, dass dort die Pferde reihenweise   husten. Meine Bitte an euch: Macht euch ganz bewusst, was da gerade abgeht. Helft euren Pferden vorzeitig, mit dieser krassen Belastung klar zu kommen, damit eure Pferde nachher nicht so krank wie meiner werden! Wenn ihr nicht aufpasst und die Staublungen eurer Pferde nicht pflegt, können sie sehr schnell eine chronische Bronchitis (COB) entwickeln – oder eine akute Lungenentzündung. Auch aus einem nicht richtig ausgeheilten Husten/Bronchitis entsteht am Ende eine chronische Erkrankung, wie es leider auch bei Rocco war. Und da der Prozess so schleichend ist, bekommt man es meistens erst viel zu spät mit.

Was kann man tun?

Inhalieren – zur Not mit einfachen Hausmitteln

Natürlich hat nicht jeder einen Inhalator zur Hand. Die beste Methode wäre, wenn ihr einen Inhalator habt oder im Stall ausleihen könnt, und euer Pferd während dieser Trockenheit regelmäßig mit 0.9%igem NaCl inhaliert. Besser mit einem billigen, einfachen Inhalator, als gar nicht.
Es gibt auch bei Ebay Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen (“Atemwegserkrankte Pferde” oder “Allergie, COB, Dämpfigkeit,.. mein Pferd bekommt keine Luft!“) immer wieder Leute, die ihren Inhalator nicht mehr brauchen und für längere Zeit verleihen.
Zur Not tut es bestimmt auch ein Eimer mit heißem Wasser zu den Hufen des Pferdes (NICHT trinken lassen!!) während man putzt, so dass das Pferd zumindest die Wasserdämpfe einatmet. Hier geht natürlich auch Pfefferminztee, Fencheltee, Salbeitee, Thymian im heißen Wasser. Achtung bei Allergien.
Oder hängt dem Pferd ein feuchtes Tuch über die Nüstern beim Putzen – vielleicht hilft sogar das schon ein wenig, um die Lunge zumindest im ganz vorderen Bereich etwas anzufeuchten.
Generell kann man sagen: je besser der Inhalator, desto tiefer dringt er mit der Feuchtigkeit in die Lunge ein.

COB Inhalieren Akku

Salzkammer

Wenn ihr eine Salzkammer, Solekammer oder eine Mobile Salzkammer (mit Pferdehänger z.B.) in der Nähe habt, geht dort mit eurem Pferd regelmäßig rein. Besser einmal pro Woche als keinmal. Ich würde natürlich dazu raten, eher alle 2 Tage bzw. jedes Mal nach dem Reiten etwas gegen die Staublunge zu unternehmen, beziehungsweise hier natürlich auf den Rat der Betreiber der Salzkammer zu hören. Ich kann folgende mobile Salzkammer empfehlen, da ich Anja persönlich kenne und weiß, dass sie sich mit den Dosierungen gut auskennt (https://www.facebook.com/PferdeatmungAnjaBannat/).

Homöopatischen Schleimlöser geben

Es gibt einen Schleimlöser namens B-Vetsan, der sehr gute Ergebnisse erzielt und homöopatisch ist. Somit kann man diesen ruhig auch mal profilaktisch geben und sieht so hoffentlich recht bald, ob das Pferd schon Schleim in der Lunge angesammelt hat. B-Vetsan gibt es z.B. bei Amazon zu kaufen und ist nicht teuer. Füttert eine Dose komplett durch, das Pferd bekommt 2 Messlöffel pro Tag ins Futter. Dies kann natürlich mit Kräutern kombiniert werden.

Kräuter wirken Wunder

Füttert eurem Pferd Thymian (löst Schleim, bekommt man im Internet für ein paar Euro, auch bei Loesdau), Fenchelsaat, Süßholzwurzel oder noch besser: lasst es mit heißem Wasser wie einen Tee ziehen und gebt es dann – vermischt mit kaltem Wasser, damit sich keiner die Zunge verbrennt – ins Futter.
Die zusätzlichen Dämpfe werden dann beim Fressen inhaliert.
Achtet darauf, ob euer Pferd allergisch auf Kräuter reagiert. Ich habe gehört, dass in einem Stall aktuell Süßholzwurzel gefüttert wird und dort viele Pferde mit Durchfall reagiert haben.

Heu nass machen

Das Heu des letzten Jahres ist wie gesagt oft staubig. Wässert es, um eurem Pferd auch noch diese Staubbelastung zu nehmen. Und wenn ihr es nur kurz in Wasser tunkt und dem Pferd dann im Heunetz aufhängt – besser als staubig.

Vom Boden füttern

Damit der Schleim, wenn denn welcher vorhanden ist, ablaufen kann, muss das Pferd den Kopf senken. Deshalb ist es immer sehr hilfreich, nach der Arbeit das Pferd vom Boden (nicht-staubig 😉 zu füttern. Direkt nach dem Reiten etwas grasen lassen ist natürlich auch praktisch.

Pollennetz zum Reiten, Fliegenmaske mit Pollennetz

Ich bin irgendwann auf die Idee gekommen, mir so ein Pollennetz zu kaufen und es an meiner Trense zu befestigen. Dazu braucht man eine Trense mit Nasenriemen, es gibt aber auch ganze Fliegenmasken inklusive Pollennetz.

Ich kann es noch nicht belegen, aber die Vermutung liegt nahe, dass das Pollennetz auch den Staub mehr abhält. Zudem könnte man das Pollennetz vorher in Wasser halten, so dass das Pferd auch noch feuchte Luft einatmen kann. Einfach mal ausprobieren! Ein Pollennetz kostet 5-20 EUR, ist also keine große Investition.

Außerdem kann eine Fliegenmaske inkl. Pollennetz auf der Weide getragen werden, um auch hier etwas mehr Schutz zu geben.

Fazit

Mir machen die vielen Meldungen über hustende Pferde wirklich große Sorge, da ich mit meinem Pferd wirklich ständig am Thema COB kämpfe und immer wieder neue Tiefschläge einstecken muss. Ich würde so gern mit diesem Post verhindern, dass so viele weitere Pferde chronisch Lungenkrank werden. Die Krankheit schleicht sich ein, man merkt es oft gar nicht sondern erst, wenn es viel zu spät ist. Den zähen Schleim dann wirklich vollständig wieder herauszubekommen, ist mit viel Geduld, Arbeit, Geld, Zeit und natürlich auch einer extremen Haltungsoptimierung und Einschränkungen zu schaffen. Einfach nur Schleimlöser zu geben reicht nicht, auch wenn der Tierarzt dann häufig nichts mehr beim abhorchen des Pferdes feststellt. Man hört den Schleim nicht, wenn er zäh genug ist. War bei meinem Pferd leider auch so.

Ich könnte noch seitenlang über das Thema referieren. Bei Fragen meldet euch gerne über jule@wanderreiter-auf-tour.de oder per PN bei Facebook an Wanderreiter auf Tour.

Ich möchte mit meinem Artikel keinem zu nahe treten, sondern nur das Bewusstsein für die Gefahr, die hier für viele Pferde in jeglicher Haltung entsteht, erweitern. Und hoffe, damit einer Menge Pferde und ihren Besitzern die COB zu ersparen. Aus eigener jahrelanger leidvoller Erfahrung. Ich bringe mein Pferd morgen wieder für einige Zeit an die Nordsee und hoffe, dass er dort die anrollende Hitzewelle ohne eine zum Bersten aufgeblähte Lunge und ohne Atemnot überstehen kann.

 

Ich bin weder Tierarzt noch Heilpraktiker, habe aber in den letzten Jahren sehr viel Erfahrung mit der Erkrankung meines Pferdes gesammelt und sehr, sehr viel gelernt, als Rocco bei Rebekka Heppner zur Kur war. Was ich hier schreibe und empfehle, geschieht aus bestem Wissen und Gewissen und ist als Tipps anzusehen, nicht als Diagnose oder Behandlung.

Seminar “Leistungsbereitschaft bei lungenkranken Pferden steigern” erfolgreich

Bemer Leistungssteigerung COB

Gestern haben Rocco, seine Reitbeteiligung Christine und ich an einem Seminar für lungenkranke Pferde teilgenommen. Es ging um das Thema Leistungssteigerung. Gehalten wurde das Seminar von der Osteopatin Mona Rückemann.

Im theoretischen Teil wurde auf die Inhalation sowie einen möglichen Trainingsplan eingegangen. Wichtig: täglich und abwechslungsreich trainineren und täglich inhalieren. Das ist für Voll-Berufstätige und/oder Leute mit Familie auf Dauer leider sogut wie unmöglich. Ich muss aber nochmal in Erfahrung bringen, ob ein solcher Plan auf Dauer gilt, oder nur für eine Aufbauphase 😉
Nach diesem Vortrag wurde das Bemer-System vorgestellt. Hier geht es um eine Physikalische Gefäßtherapie, welche die Durchblutung der kleinsten Gefäße deutlich fordert und somit zu Leistungssteigerung, Schmerzlinderung und auch häufig besserer Wundheilung führt. Insgesamt soll sich das Wohlbefinden und die Konzentration bei Mensch und Tier deutlich steigern.

Das klingt ja wie ein Wundermittel! Und genauso waren auch die Erfahrungsberichte, die Fallbeispiele und alles weitere, was ich bis heute dazu nachgelesen habe. Diese Bemer-Matten scheinen wirklich grandios zu sein. Und natürlich furchtbar, furchtbar teuer.
Die Decke für Pferde haben wir an unseren Patienten gestern ausprobiert. Zusätzlich wurde ein “Spot” gesetzt an einer Stelle, wo der Besitzer bei seinem Pferd eine typische Problemzone kannte. Bei einem Gastpferd wurde die Maucke als Spot gesetzt, bei Rocco zum Beispiel haben wir die Schweifrübe genommen, die er nämlich, wenn man sie per Hand anheben möchte, immer furchtbar stark einklemmt.
Jedes Pferd verhielt sich mit der Decke anders. Der Tinker mit der Maucke schlief sofort ein, obwohl er normalerweise nervös reagiert hätte auf die vielen Zuschauer, die ihn gespannt beobachteten.
Rocco knutschte mich ständig (also ganz normales Verhalten für ihn) und lief dann zu seiner Heuraufe, um Heulage zu fressen. Auch dies könne eine Reaktion sein, denn natürlich wird auch die Verdauung angeregt, wenn die Durchblutung gefördert wird.
Einige Minuten nach der Behandlung testete ich Roccos Schweifrübe und hob sie ohne Kraft aufzuwenden an. Rocco ließ es geschehen. Kein Einklemmen! Faszinierend.

Außerdem wurde die Decke für Menschen ebenfalls präsentiert, und so legte sich unter anderem auch meine Reitbeteiligung Christine darauf. Sie hatte am Abend zuvor einen fiesen Migräneanfall erlitten und musste, um überhaupt zum Seminar mitzukommen, starke Tabletten nehmen. Sie hatte immernoch leichte Kopfschmerzen und Verspannungen im Nacken.
Sie sagte, dass ihre Problemzonen wie der Nacken sofort anfingen zu kribbeln und wohlig warm zu werden. Nach den 8 Minuten auf der Decke waren die Kopfschmerzen verflogen.

Ich muss sagen, auch wenn es irgendwo eine platzierte Verkaufsveranstaltung war: Die Wirkung war perfekt. Unter den Teilnehmern kannte einige schon das Bemer-System und hatten selbst Erfahrung damit gemacht oder durch Bekannte davon gehört. Die Berichte waren jedesmal durchweg positiv, für Pferd und Mensch.

Nach diesem Teil gab es sehr leckere und durchwärmende Suppe für alle. Danach gingen wir wieder zu den Pferden und präsentierten die Inhalatoren, die teilweise die Pferdebesitzer mitgebracht hatten. Während Rocco mit seinem Air One Akku inhalierte, zeigte Mona uns ein paar Hilfreiche Klopfübungen, womit wir dem Pferd zusätzlich helfen könnten.
Nach dem Inhalieren gingen wir mit den Pferden in die kleine Halle. Dort wurden Tipps geliefert, wie wir die Pferde lockern, die Faszien lösen und dem Pferd helfen könnten, die gereizte Bauchmuskulatur zu entspannen.

Nach einer kleinen Kuchenpause wurden dann noch Massagetechniken mit verschiedenen, sehr gut duftenden Ölen gezeigt, und Rocco schlummerte selig ein. Er genoss diese Behandlung eindeutig und wünscht sich anscheinend in Zukunft mehr davon 😉

Mona überprüfte auch noch unser Sattelzeug, und hat mich leider wieder daran erinnert, dass mein Sattel nicht mehr passt. Ich hatte sowieso nach der Kur vorgehabt, einen Sattler zu holen. Aber da ich nicht so richtig wusste, in welche Richtung Rocco sich entwickeln würde, schob ich es erst einmal auf die lange Bank. Nun weiß ich leider, dass ich diesen Sattel nicht mehr verwenden sollte und einen neuen brauche 🙁 Und auch das Training muss erst einmal weniger vom Sattel als vom Boden stattfinden, damit Rocco Muskulatur aufbaut. Denn diese hat er immernoch nicht aufgebaut, seit er von der Kur zurück ist. Auch dies war für mich etwas erschreckend, denn ich dachte zumindest, er hätte durch die vielen langen Schrittphasen auf unseren Ausritten gute Rückenmuskeln entwickelt. Laut Mona schränkt der Sattel ihn aber ein und er kann so keine Muskulatur aufbauen. Verdammt. Nun heißt es also, sich einen Plan zu überlegen und als allererstes einen fähigen Sattler zu finden und ggfs. auf den Sommer Wanderreitsattel umzusteigen… Schade, dass Svenja ihren gerade letztes Jahr verkauft hat und Rocco zu dem Zeitpunkt noch auf Kur war…

 

Seminar “Leistungsbereitschaft bei lungenkranken Pferden steigern”

COB Inhalieren Akku

Alles ist gepackt und vorbereitet – jetzt muss ich nur noch schnell ins Bett, schlafen, und dann gehts morgen sehr früh los! Ich fahre morgen mit Rocco und in Begleitung meiner Reitbeteiligung Christine zu einem Seminar, wo es um die Steigerung der Leistung von lungenkranken Pferden geht. Als eine Freundin mir dieses Seminar vor kurzem bei Facebook zeigte, füllte ich sofort das Teilnehmer-Formular aus – mit Pferd!
Denn was dieses Thema angeht, haben wir ja wirklich eine lange Geschichte hinter uns und kommen einfach nicht mehr so richtig auf Leistung.
Nachdem Rocco von der Kur zurück war, war er ja Leistungsbereit wie seit Jahren nicht mehr. Plötzlich waren 3-Stunden-Ritte bei sommerlichen Temperaturen gar kein Problem mehr und wir konnten den kleinen Wanderritt im Oktober locker wegstecken. Doch zum Herbst und Winter ging es dem kleinen Tiger wieder etwas schlechter…
Seit er nun nach Anleitung entgiftet wird und außerdem eine Decke trägt (bzw. trug, denn jetzt wo er so viel Fell abwirft und es wärmer wird, bleibt die Decke wieder im Schrank), scheint sein Energielevel deutlich besser zu sein. Er ist wieder quatschiger drauf und möchte – zumindest auf den Reitwegen – auch wieder laufen. Aber trotzdem bleibt die aufgeblähte Lunge, der sehr, sehr harte, feste Bauch und eben trotz allem die extreme Tagesform-Abhängigkeit.
Ich weiß im Moment wirklich nicht, wie ich ihn für einen weiteren Wanderritt in diesem Jahr auftrainieren soll. Vielleicht ist er ja auch einfach nicht mehr Leistungsfähig genug dafür – außer, er würde dauerhaft an der See stehen. Denn wie gesagt, als er von der Kur zurück kam, war er ja für ein paar Monate wieder der uralte, 5jährige Rocco.
Ich bin sehr gespannt, was uns morgen erwartet und wie sie Rocco einschätzen.
Um 9:00 Uhr müssen wir in Bad Oldesloe zu dem Seminar sein und sind erst spät am Abend zurück. Wird ein langer Tag! Also – gute Nacht!

Statt SPO eine Heimrunde und wenig Luft

Aufgrund der Wettervorhersage mussten wir leider unsere Fahrt nach Sankt Peter Ording heute abblasen. Dafür sollte es wenigstens hier trocken bleiben und wir entschlossen, einen Ausritt in unseren Gefilden zu machen. Immerhin sind die Böden wieder aufgetaut und jetzt schwimmen wir wieder im Matsch 😳🙄

Wieder einmal lief Rocco nur im Schneckentempo hinter seinem Kumpel Hördur hinterher. Diesmal war ich schlauer und saß gar nicht erst auf. Da die ersten 3 km sowieso nur Spurenwege sind, laufe ich nun einfach vor ihm her und lasse ihn sein Tempo bestimmen. Die Zügel kann ich dabei einfach über den Sattel hängen und ihn hinterher trotten lassen, während ich neben Tini laufe und mich mit ihr unterhalte. Tatsächlich ist Rocco immer weiter zurück gefallen und kam nicht einmal auf das übliche Handzeichen angetrabt, um sich ein  Leckerli abzuholen. Das funktioniert normalerweise immer, wenn es ihm denn gut geht.

Bei den Reitwegen angekommen, saß ich dann endlich auf und als Hördur dann vor ihm her galoppiert ist, kam Rocco auch in Schwung.

Das währte natürlich nicht sehr lange. Nachdem wir 3 Mal galoppiert sind, war die Atmung hoch und wir hatten sowieso wieder nur noch Asphalt vor uns. Als Rocco dann 15 Minuten später wieder nur hinterher trottete, sass ich ab und ließ ihn wieder in seinem Tempo hinterher laufen. Wieder wurde er langsamer, und seine Atmung hatte sich längst noch nicht vom Galopp beruhigt. 30 Atemzüge pro Minute können einfach nicht angehen, wenn der letzte Galopp schon 20 Minuten her ist😞

Wieder wurde Roccos Abstand immer größer, obwohl Hördur gar nicht besonders flott ging. Wir warteten immer wieder auf ihn, und dann ließ er sich wieder zurückfallen. Selbst als wir nach 40 Minuten Schritt im Stall ankamen, war die Atmung immer noch nicht auf Normalniveau zurück.

dicke Lunge 😞

auf dem Foto kann man ganz gut sehen, wie Roccos Lunge aufgebläht ist und sich dadurch der Bauch in die Breite dehnt. Als ich heute den Sattelgurt beim Satteln ein Loch enger machen wollte, wehrte sich Rocco sofort mit einem Tritt gegen den Bauch. Ich tastete seinen Bauch ab, der wieder einmal extrem fest war. Der arme Kerl hat ständig so einen angespannten Bauch, weil die Lunge alles auseinander drückt und er mit dem Bauchmuskel versucht, die Luft rauszudrücken 😢

als Nächstes Experiment werden wir eine Entgiftung starten und auch seine Ernährung etwas umstellen. Ich hoffe wirklich, dass ihm das besser durch den Winter hilft. Vielleicht ist es wirklich Heulage, mit der er im Endeeffekt jetzt Probleme hat. Denn im Sommer ging es ihm ja sehr gut, als er von der Kur kam. Der Winter scheint irgend etwas für ihn bereit zu halten, mit dem er nicht klarkommt und ich versuche, die Ursache zu finden. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen…

Wenn die Entgiftung die Lösung ist, dann wäre ich sehr froh. Denn andernfalls wüsste ich nicht, wie ich Rocco im Winter wo anders als an der Nordsee halten sollte, ohne ihm zu schaden.

Ich hoffe, wir finden bald einen neuen Termin um nach Sankt Peter Ording zu fahren. Und ich bin wirklich gespannt, ob Rocco sich dann wieder aufführt wie ein dreijähriger Hengst 🙈

 

 

Katinger Watt-wir kommen!

Tagesritt Katinger Watt SPO

Da es Roccos Lunge diesen Winter einfach nicht ganz so gut gehen will wie letzten Sommer, habe ich mir überlegt, nochmal einen Tagesritt an der Nordsee zu unternehmen.

Tini mit Roccos Weidekumpel Hördur war sofort begeistert von der Idee. Sollte das Wetter also am kommenden Samstag mitspielen, fahren wir mit den beiden Jungs und Hündin Gina wieder in Richtung Sankt Peter Ording.

Wäre der bereitbare Strandabschnitt dort doch nur breiter – ich würde sofort wieder dorthin fahren. Aber um stundenlang im Kreis zu reiten ist mir die Fahrerei dann doch zu schade.

Also probieren wir diesmal das Katinger Watt aus. Tini ist dort früher schon geritten und fand es sehr schön dort.

Für Rocco ist mir wichtig, dass er wieder gute Nordseeluft inhaliert und frei atmen kann. Neue Wege findet er sowieso immer sehr spannend, also haben wir beste Bedingungen für einen tollen Tag. Vor allem, wenn die Wettervorhersage so bleibt wie bisher 😊☀️🐎

Ob die Route genauso wird wie auf dem Bild geplant ist noch nicht sicher, da wir erst vor Ort wissen, welche Wege zum Reiten freigegeben sind  Aber bisher beträgt die geplante Route ca  12km.

Frohes Neues und endlich Sonnenschein!

winterausritt

Ich hoffe ihr seid alle gut in das neue Jahr gekommen! Anscheinend haben wir es mal wieder geschafft, eine lange Regebphase mit Unmengen von Wasser und Matsch zu überstehen. Tatsächlich sind Roccos Beine dieses Mal heil geblieben!

Doch dank des vielen Matsches und der Wassermassen konnten wir natürlich auch nur Schrittausritte machen.

Heute war es dann endlich soweit und bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten wir endlich mal wieder ausreiten. Das Ziel waren wie so oft die Holmer Sandberge, wo ich hoffte, ein paar trockene Stellen zum galoppieren zu finden. Denn Roccos geplagte Lunge braucht  dringend etwas zu tun.

Leider kam er schon mit leicht geweiteten Nüstern und nicht sonderlich motiviert von der Weide. Als wir dann los ritten, merkte ich schnell, dass mit ihm heute nicht viel los war. Kein Wunder, denn es gab ja wieder einen Wetterwechsel und es ist plötzlich  sehr kalt. Das mag die Lunge natürlich gar nicht gerne..

also musste ich jeden Schritt aus ihm heraus treiben und endlich erreichten wir den Wald.

Und tatsächlich  waren die Reitwege zwar teils sehr matschig, aber wir konnten tatsächlich zweimal galoppieren.  Chris, die uns heute begleitet hat,  hat sich mit ihrem Pferd vorher von uns getrennt und wollte uns nach den Reitwegen wieder treffen. Denn für ihr Pferd sind diese matschigen Wege momentan leider gar nicht gut.

Schon nach dem ersten Galopp merkte ich, dass der Bauch plötzlich deutlich weiter war. Die Lunge schien voller Luft, die Rocco so schnell gar nicht heraus bekam. Mein armer Rocco 🙁

Ich ritt weiter im Schritt, bis wir eine weitere trockene Stelle fanden. Ich ließ ihn wieder angaloppieren und diesmal gab er tatsächlich mal richtig Gas.

reiten sonne

Entsprechend hoch war danach die Atemfrequenz und wir kamen im ruhigen Schritt zurück zu Chris, die in der Sonne stand und wartete.

Auch auf dem Rückweg wurde Rocco nicht fitter und auch seine Atemfrequenz war – dafür, dass wir schon eine halbe Stunde Schritt ritten – noch deutlich zu hoch. Und so saß ich lieber ab und führte ihn die restlichen 2 Kilometer.

Ich hatte eigentlich gehofft, die kommenden trockenen Tage für Wanderreit-Training und ausgedehnte Ausritte nutzen zu können, aber es scheint, dass ich mich auf kurze ruhige Ritte oder weniger einstellen muss 😞

Ich kann mir nicht helfen, ich kann mich wirklich sehr schwer damit abfinden, dass mein früher so lauffreudiger und motivierter Rocco nun häufig – je nach Tagesform – durch diese verdammte COB so wenig Spaß am Ausreiten hat 😢

 

Rückfall überstanden!

COB Rückfall

Puh!
Seit einer Woche kommt mir auf der Weide wieder ein schlankeres, gut gelauntes Pferd entgegen! Die Bauchatmung ist deutlich zurückgegangen, er drückt viel weniger nach um die Luft aus seiner Lunge zu pressen.. Nur noch ganz leicht sieht man den Bauchmuskel dann. In den letzten Wochen hat Rocco wieder sehr krampfartig ausgeatmet und nachgedrückt, so dass ich nur vom Zusehen schon Bauchmuskelkater bekommen habe.

Vor einer Woche ist er dann ja mit mir wie ein Verrückter durch den Wald gefetzt. Wir inhalieren nun seit einer Woche mit einem zusätzlichen Schleimlöser, da das Inhalieren mit NaCl, teilweise mit 3% NaCl und sehr sehr viel Bewegung sowie Schleimlöser im Futter anscheinend nicht ausgereicht haben, um Rocco von dem festgesetzten Zeug zu befreien.
Samstag berichtete meine Reitbeteiligung dann, dass ihm auf dem 3-stündigen Ausritt viel Zeug aus der rechten Nüster gelaufen sei. Sehr gut!
Als ich dann einen Tag später bei Rocco war, kam mir plötzlich wieder ein viel schlankeres Pferd entgegen. Der Blähbauch (bzw. die Blählunge) war verschwunden.
Wahnsinn!
Was doch so ein kleiner Zusatz zum Schleimlösen plötzlich auslösen kann!

Auch beim Reiten war Rocco gut drauf und ging brav vorwärts-abwärts. Er konnte wieder den Rücken hochwölben, konnte wieder rund galoppieren und auch im Galopp den Kopf in die Tiefe dehnen.

Heute sind wir dann wieder für eine kurze Runde ins Gelände aufgebrochen, nachdem der arme Rocco wieder an seinem Inhalator gehangen und Schleimlöser und NaCl inhaliert hat…

Auch hier hat man einen deutlichen Unterschied gemerkt: Rocco war zwar ganz entspannt drauf, ist aber fleißig getrabt und wollte die ganze Zeit galoppieren. Selbst durch matschige Stellen ist er einfach hindurchgetrabt oder sogar galoppiert. Das hat er wirklich lange nicht mehr gemacht – sonst umgeht er diese Stellen, egal was man oben drauf veranstaltet, um ihn hindurch zu reiten.
Wir sind auf unserem heutigen Ausritt tatsächlich trotz leicht matschiger Wege von 40 Minuten die letzten 30 Minuten Trab und Galopp geritten, unterbrochen nur von sehr kurzen Schrittphasen. Roccos Atmung war die ganze Zeit bestens und er hat nicht mit Gina um die Wette gehechelt.

Auch hat man gemerkt, dass er sich beim angaloppieren viel mehr auf die Hinterhand setzt. Ich bin begeistert.
Also sind wir nach dem Ausritt auch noch kurz auf den Reitplatz gegangen, um noch etwas am Linksgalopp zu arbeiten (Rocco galoppiert im Gelände immer rechts an und man muss wirklich kämpfen, um ihn mal links angaloppiert zu bekommen).
Obwohl der Wattreitplatz schön fest war und nur an wenigen Stellen ein wenig Wasser stand, ging Roccos Atmung dort im Galopp sofort in die Höhe. Wir sind 4-5 Zirkel galoppiert und ab und zu ein paar Meter Schritt oder Trab geritten. Trotzdem war Roccos Atmung auf einmal auf 72 Atemzüge pro Minute!

Es ist schade, dass Rocco solche Schwierigkeiten mit diesem Reitplatz hat, denn wer kann nach diesem Sauwetter in den letzten Wochen schon behaupten, sein Reitplatz wäre fest und fast trocken?
Aber so bin ich wieder um eine Erfahrung reicher und weiß, dass der Reitplatz generell für ihn schwierig ist, fast unabhängig von seiner Tagesform.

Rebekka gab mir heute noch mit, dass ich ca. alle 3 Monate bei Rocco mit einem solchen “Rückfall” rechnen und ihn auf jeden Fall alle 3 Monate intensiv unterstützen muss. Das heißt, ich habe jetzt bald ein bisschen Pause, Rocco muss den Inhalator bald nur noch 1x pro Woche sehen, und in 3 Monaten geht das Ganze wieder los. So kann man sich wenigstens darauf einstellen, alle Mittelchen vorher zu besorgen oder auf Vorrat anzulegen. Und vielleicht wird es ja beim nächsten Mal nicht so langwierig, denn diesmal werde ich auf jeden Fall nach 3 Monaten mit intensiver Schleimlösungstherapie anfangen und nicht erst darauf warten, bis die Symptome zu sehen sind..

 

Reiten am Strand – Sankt Peter Ording

(Achtung, das Video hat ca. 50 MB!)

Am vergangenen Samstag (11.11.) war es soweit – endlich konnte ich unabhängig von anderen Fahrern und Autobesitzern einen Trip mit zwei Pferden starten und das neue Auto einweihen! Da unser Zugfahrzeug leider Anfang des Jahres weg musste, habe ich mir ein Auto gekauft, das 2-Pferde-tauglich ist: einen VW Tiguan. Endlich Allrad, endlich genug Zuglast!

Die Wettervorhersage für Samstag war leider schrecklich, und so packten Tini, die mich mit ihrem Isländer Hördur begleiten wollte, und ich einen doppelten Satz an Klamotten ein. Es waren 30km/h Wind sowie quasi Dauerregen angesagt. Aber wir wollten trotzdem unbedingt unsere Fahrt machen!

Für Rocco war der Trip außerdem wichtig, da er, wie ich ja schon reichlich berichtet habe, wieder Probleme mit der Lunge hat und ich ihm einfach mal die Lunge ordentlich durchpusten wollte – galoppieren und dabei die gute, jodhaltige Nordseeluft inhalieren.

Um 10 Uhr war alles verstaut, die Pferde schnell verladen und los ging es in Richtung Norden, natürlich bei Regen.

Den Tiguan hat das Wetter zum Glück überhaupt nicht beeindruckt. Auf Allradmodus geschaltet zog er die lächerlichen 1700kg hinter sich her, als wäre der Hänger aus Plastik und mit Federn gefüllt.

Leider gab es kurz vor Sankt Peter Ording eine Straßensperrung und die Navi leitete uns ziemlich doof um, so dass wir eine halbe Stunde umherirren mussten, bevor wir endlich am Strand in Böhl ankamen. Zu dieser Jahreszeit ist der Strandparkplatz schon gesperrt, aber wir konnten ohne Probleme auf dem Parkplatz vor den Dünen halten und die Pferde ausladen.
Diese mussten die neue Umgebung natürlich ersteinmal ausgiebig erkunden und ließen sich dann nur ungeduldig satteln. Die Abenteuerlust war geweckt!

Auch Gina, meine Hündin und ständige Begleiterin , war schon ganz aufgeregt.

Endlich konnten wir aufsitzen (Rocco wollte gar nicht stillhalten) und los ging es. Zu Pferd ritten wir die Strand-Straße zum Strandparkplatz entlang.
Dieser stand dank des Wetters ziemlich unter Wasser. Überall standen riesige Pfützen und die Pferde versuchten, so nah wie möglich ans Dünengras zu kommen. Das schien ihnen wohl der sicherste Untergrund weit und breit zu sein. Und so mussten wir uns ordentlich anstrengen, um die Pferde immer wieder in Richtung der Pfützen und weg von den Dünen zu bewegen.

Zu unserer Überraschung kam schon beim Satteln die Sonne heraus, und auch am Strand begleitete sie uns weiterhin. Leider hatten wir nicht daran gedacht, Sonnenbrillen einzupacken, und so blendeten die Pfützen doch ziemlich heftig. Aber wir wollen uns nicht beschweren – mit solch schönem Wetter hätten wir nie gerechnet!

Die nächsten anderthalb Stunden verbrachten wir damit, den doch leider recht kleinen Strandabschnitt abzureiten, die Begrenzungen zu finden und die Pferde meist im flotten Trab und Galopp zu reiten. Insgesamt kamen wir dabei immerhin auf 9 Kilometer Strecke – mehr oder weniger im Kreis. Rocco legte einen super-raumgriffigen Mitteltrab hin, Gina jagte überglücklich durch die Pfützen und bellte die Pferde immer wieder überdreht an – ein Hütehund in seinem Element.

Immer wieder versuchten die Pferde, in Richtung der Dünen zu entwischen, denn der nasse Boden und das stehende Wasser schien sie zu beunruhigen. Wir ritten zu “dem großen Priel”, das Svenja, Jenny und ich vor so vielen Jahren total übersehen haben und somit unser Abenteuer seinen Lauf nahm (siehe Wanderreiter auf Tour 1)..

Wie wir da so entlangritten und von allen Seiten von “Reiten verboten” Schildern umringt waren, fragte ich mich immer mehr, wie wir jemals all diese Schilder haben übersehen können?! Ich kann es mir immer noch nicht erklären… 😉
Bei unserem heutigen Ritt fiel mir dadurch auch erst auf, wie klein dieser bereitbare Strandabschnitt nur ist. Auch ins Wasser konnten wir nicht reiten, in diese Richtung versperrten uns ebenfalls “Reiten verboten” Schilder den Weg. Wirklich schade. Ich hatte das doch alles etwas größer in Erinnerung (naja, wenn man die Schilder übersieht, kein Wunder).

Nach einiger Zeit, wir galoppierten gerade flott mit Rückenwind über den festen Strand, fing es heftig an zu regnen. Lustigerweise ritten wir dabei aber trotzdem noch im Sonnenschein. Und so galoppierten wir einfach weiter. Der Regen kam von hinten, die Sonne von rechts und es entstand zu unserer Linken ein wunderschöner, großer Regenbogen, dessen Ende man sogar auf dem Strand sehen konnte. Gold gab es dort aber leider nicht zu holen 😉

Nach anderthalb Stunden wurde es uns dann aber auch langweilig, und so nahmen wir noch einmal den Strandabschnitt in seiner vollen Länge im Galopp mit, bis hinauf zum Strandparkplatz.

Allerdings machte Hördur dann doch irgendwann schlapp, und so parierte ich auch Rocco durch. Dem ging es weiterhin blendend. Er atmete wie ein Sportpferd und war so lebendig wie lange nicht mehr. Zuletzt habe ich ihn auf der Kur bei Rebekka Heppner so erlebt, und davor zuletzt vor vielen Jahren..

Als wir dann den restlichen Weg zum Hänger im Schritt zurückritten,  drehte Rocco erst so richtig auf. Seitengänge im Trab, für jede Dressuraufgabe bereit. Statt zu steigen, wie ich es eigentlich von ihm wollte, sprang er gleich mit allen Vieren in die Luft – ein Ansatz einer Kapriole (das Pferd springt mit allen Vieren in die Höhe und schlägt mit den Hinterbeinen aus, wonach es natürlich wieder auf allen Vieren landet)? Was war mit diesem Pferd los?
Er war wirklich verrückt und toll drauf. Am liebsten hätte ich alle Dressuraufgaben und alle Zirkuslektionen mit ihm hingelegt, die wir mal so draufhatten. Er war einfach wieder 9 Jahre jünger – ein 5jähriger Rocco, so wie ich ihn damals gekauft hatte. Ein gesunder Rocco.

Bei Sonnenschein ließen wir die Pferde fressen und verluden sie dann wieder, denn die nächsten schwarzen Wolken zogen schon auf. Und so waren wir doch recht früh wieder zu Hause in Hamburg, aber mit gut durchgepusteten und hoffentlich glücklichen Pferden.

Im Nachhinein beschäftigt mich nun doch sehr, wie gut es Rocco dort in der Seeluft wieder ging. Es hat maximal eine Stunde gedauert, und schon war er wie ausgewechselt. Befreit, jung, kraftvoll, voller Energie.

Und obwohl ich ihn zu Hause behandle, die Haltung absolut optimiert habe und immer in Kontakt mit Rebekka stehe, damit sich bloß nicht wieder etwas dauerhaft bei Rocco in der Lunge festsetzt, brauchte es nur ein paar Stunden an der Nordsee, und er war ein ganz anderes Pferd.

Das stimmt einen doch sehr nachdenklich und macht einen traurig. Vielleicht ginge es Rocco dauerhaft an der See besser. Wie sehr belastet es ihn, hier zu sein statt an der See?

Ich muss ihn und seine Entwicklung nach der Kur auf jeden Fall weiterhin scharf im Auge behalten.