Tag 8 auf Kortison. Habe mal wieder versucht, das …

Tag 8 auf Kortison. Habe mal wieder versucht, das Pferd zu longieren, da es auf Dauer im Gelände ja auch langweilig wird. Rocco mag longieren nicht besonders, und dann war auch noch der Wattreitplatz nass. Das mag er auch nicht. Das Wasser steht in Pfützen auf dem Platz, es spritzt in alle Richtungen und nach kurzer Zeit sehen Pferd und Reiter aus, als hätten sie eine Wattwanderung bis zu Pferdeknie und Menschenhüfte im Matsch unternommen.
Roccos Motivation war sowieso schon wieder nicht besonders groß, aber das hat sie dann gen Nullpunkt getrieben. Apropos Treiben: ich habe ihn beim Longieren eigentlich ständig mit der Peitsche (Klopfer auf den Po) und Stimme angetrieben, damit er nicht in die nächst-langsamere Gangart wechselt. Ich wollte ja eigentlich sehen, wie seine Atmung an Tag 8 so aussieht.
Eine Viertelstunde haben wir uns so durch das spritzende Watt gequält, die Atmung ging langsam etwas schneller, aber in den kritischen Bereich bin ich heute nicht vorgestoßen. Ein so unmotiviertes Pferd zu longieren und ständig nur hinterherzurennen (und dabei mit Matsch vollzuspritzen) wollte ich keine halbe bis Dreiviertelstunde durchstehen 😉
Auf dem Weg zurück zur Weide stellte sich dann wieder Roccos Schleichtempo ein. Kennt ihr das, wenn euer Pferd so hinter euch hertrottet und ihr eigentlich doppelt so schnell gehen könntet? Aber man dauerhaft mit der Stimme antreiben muss, damit das Pferd etwas schneller wird?
Ich muss mich immer wieder erinnern, dass es wohl nicht Roccos böse Absicht ist, faul zu sein, sondern dass er durch den niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut einfach dauerhaft schlapp ist.
Die Tierarztrechnung und Befund waren heute auch im Briefkasten. Dort steht nun nicht mehr die Diagnose “COB”, sondern “RAO” (Chronisch entzündete Lungenerkrankung). Machts irgendwie auch nicht besser. Und holla, ist Kortisonpulver teuer oO