Sag niemals nie ;)

Fast ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit wir Rocco nach Rehedyk gebracht haben. Ein Jahr, in dem er uns hier sehr, sehr gefehlt hat. Und ein Jahr, in dem ich feststellen musste, dass mir die Fahrerei leider nicht so oft gelingt, wie ich es gern hätte. Pro Strecke eine Tour von 50 Minuten, und tatsächlich hatten wir fast das ganze Jahr über irgendwo eine Sperrung auf der Strecke, so dass wir Umwege und damit noch längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen mussten.

Wir stellten fest, dass Roccos Gesundheitszustand dort in Nordseenähe leider nicht so viel besser wurde, wie erhofft. Es war einen Versuch wert, doch man darf nicht vergessen, dass Rocco nicht nur einfach eine COB hat. Die Fibrose im Endstadium und die Säbelscheidentrachea spielen ja auch eine große Rolle. Leider.
Rocco ging es im Sommer 2019 leider schlechter als im Sommer 2018 – und der Sommer 2018 war ja, wie wir alle noch in schöner Erinnerung haben – ein wahnsinnig heißer, sonniger Sommer.
Da also die Nordseeluft ihm mit seinen vielen verschiedenen Lungenkrankheiten kaum zu helfen scheint und wir ihm so überhaupt nicht gerecht werden können, haben Emma (Roccos & Slys Reitbeteiligung) und ich beschlossen, ihn zurück in die Heimat zu holen. In unserer Herde hier gab es gerade einige Veränderungen, und so konnte ich Rocco zu einem sehr günstigen Zeitpunkt zurück holen.

Am Mittwoch war es dann soweit. Als Rocco aus dem Hänger kam, schaute er sich äußerst neugierig um. Seinen alten Weidekumpel Hördur – den Isländer von unserem kleinen Wanderritt im Sommer 2018 – erkannte Rocco sofort wieder. Die beide erhielten einen neuen Weidekumpel – ein jüngeres Pferd mit Fesselträgerschaden – und auch ein vierter, bereits bekannter alter Kumpel stößt auch bald wieder dazu.
Rocco ist momentan sehr aufmerksam, extrem an Stuten interessiert (er hatte auf Rehedyk eine “Geliebte”  😀 ) und ziemlich gut gelaunt. Alle, die ihn von früher kennen und an seiner Weide vorbeilaufen, werden mit lautem Wiehern begrüßt – Mensch wie Pferd. Er sieht recht glücklich aus und wir hoffen so sehr, dass es ihm hier gut gehen wird. Es ist schon eine große Erleichterung, beide Pferde an einem Ort haben zu können.
Wir planen mit Rocco und Sly in Zukunft Spaziergänge zu unternehmen – je nach Roccos Zustand diese vielleicht etwas auszudehen, vielleicht auch mal wieder mit dem Hänger loszufahren um dort einen größeren Spaziergang zu machen.
Sly macht sich ebenfalls super. Wir haben die Herde gewechselt und stehen nun direkt am Haus der Stallbesitzerin. Somit habe ich kurze Wege und muss den superschweren Westernsattel nicht ständig mit meinem Auto umher fahren und -schleppen. Sly ist, seit er dort vorne steht, deutlich ruhiger geworden. Irgendetwas an der Sommerweide gefiel ihm nicht, mit dem Weidewechsel damals im Mai fing er an, sehr schreckhaft und auch anstrengend zu werden.

Nun geht es ihm nach Behandlung durch eine Heilpraktikerin, Fütterung von sehr gutem Mineralfutter (Atcom Champion Vital)  und dem kleinen Ortswechsel deutlich besser. Er ist sehr entspannt und ist heute sogar im Galopp auf mich zugekommen <3
In drei Wochen wollen Daniela mit Pferd Sam und ich unsere nächste Tour unternehmen und mit den beiden Pferden – Sam und Sly – eine Tagestour machen.

Ich bin gespannt, wie die beiden sich machen! Wir könnten ein sehr gutes Wanderreitpaar werden – denn Pferde, Hunde und auch wir verstehen uns super.
Stay tuned – es geht langsam wieder los mit dem Wanderreiten (oder auch einfach mal nur wandern, mit Rocco und Sly).
JUHU!