Neues Crew-Mitgleid

Frohes Neues Jahr liebe Wanderreiter, Reiter und Leser 😊🥂

Gleich zum neuen Jahr gibt es eine gute Nachricht: Wanderreiter auf Tour hat Verstärkung bekommen. Eine ganze Pferdestärke 😊🦄

Sagt Hallo zu Sly – einem 6jährigen American Quarter Horse. Der Hübsche Kerl hat sich innerhalb kürzester Zeit super bei uns eingelebt und nimmt Roccos alten Weideplatz ein. Wir haben schon erste Ausritte hinter uns und auch auf dem Reitplatz mit super Unterstützung von Daniela Kämmerer gearbeitet. Sly ist entsprechend seiner Rasse eine coole Socke, den bringt so schnell nichts aus der Ruhe.

Er hat totalen Spaß am ausreiten und wird mit seinen neuen Hufschuhen jetzt auch auf Asphalt schön voran schreiten können😊

Er ist einfach nur zum knutschen.

Rocco haben wir übrigens auch gestern besucht und haben uns einfach mal ohne Sattel auf seinen Rücken geschwungen. Mit mir ist Rocco dann sofort angaloppiert und hat netterweise dabei die Anlehnung gesucht, sodass ich gut sitzen konnte😍 Ein feiner Kerl! Außerdem liebt er es, in der Reithalle wieder mit seinem Gymnastikball zu toben🙈

Seine Lunge ist aber weiterhin sehr aufgebläht und die Nüstern leicht hochgezogen.. dafür ist die Atmung aber in einem normalen Rythmus.

Ich freue mich auf ein neues Jahr und ENDLICH wieder die anstehenden Wanderritte❤❤🐎

Ihr lest natürlich weiterhin von uns 😁

Rocco das Seepferdchen

Etwas verspätet kommt nun auch endlich der Bericht über Roccos Umzug in die neue Heimat!

Am 24.11. habe ich Rocco in seine neue Heimat an der frischen Nordseeluft gebracht. Es tat mir echt im Herzen weh, ihn aus seiner gewohnten Umgebung reißen zu müssen und ihn Stress auszusetzen, den ein krankes Pferd einfach nicht unbedingt haben sollte.
Aber die Aussicht, dass er dort wahrscheinlich viele bessere Tage haben wird als bei uns – und das ohne ständiges Inhalieren, Schleimlöser fressen, Bauch massieren und so weiter, war es mir eben doch auf jeden Fall wert.

Außerdem hatte ich wirklich Angst, dass Rocco noch so einen Jahrhundertsommer nicht überstehen wird 🙁
Die neue Heimat ist der Hof Rehedyk von Tanja Rühter-Böttger in Sankt Michaelisdonn in der Nähe von Friedrichskoog. Die Nordsee ist dort 10km Luftlinie entfernt, was aber immernoch absolut ausreicht, um die Atemwege zu pflegen und den Schleim zu lösen.

Silke – eine Freundin aus unserem Stall hier bei Hamburg – und meine Reitbeteiligung Emma haben Rocco und mich begleitet. Und so haben wir ein paar Tage in einer der schönen Ferienwohnungen von Tanja gewohnt und Rocco Gesellschaft geleistet.

Die Zeit verging wie im Flug und Rocco wurde langsam in die Herde integriert. Da es eine Menge Platz zum Ausweichen und viele Möglichkeiten zum Unterstellen gibt, gab es hier keine weiteren Probleme. Rocco ist rangniedrig und hält sich lieber raus, dafür braucht er aber auch länger, um sich irgendwie an die anderen heran zu trauen.
Nachts durfte er weiterhin in einer großen, luftigen, staubarmen Box stehen und in Ruhe sein gewässertes Heu knabbern und in seinem Bettchen schlafen, während die anderen drei Pferde aus der Herde vor seiner Tür übernachten.

So hat Rocco nachts die Ruhe, die er braucht und bekommt genug zu futtern, ohne Stress zu bekommen. Tagsüber kommt er dann zu den anderen dazu und hinter dem großzügigen Paddock-Trail wird bei guten Wetterbedingungen auch im Winter das Weidetor geöffnet. Dort haben die Pferde unendlich viel Platz und viel leckeres Marsch-Gras zum genießen.

Nun sind schon drei Wochen vergangen, in denen Emma und ich Rocco abwechselnd oder auch zusammen besucht haben. In Tanjas Reithalle darf Rocco sich austoben und sogar endlich wieder mit seinem Gymnastikball spielen. Und wie er das macht!

Die Luft tut ihm gut, die Nase läuft ohne unser Zutun. In Hamburg haben wir das selbst mit regelmäßigem Inhalieren plus Scheimlöser nicht mehr geschafft.

Und auch sonst scheint Rocco recht entspannt dort zu sein und genießt das Rentnerdasein. Außerdem freundet er sich wohl mit der Stute der Herde an, was mich wirklich sehr freut. Rocco ist so süß mit Stuten, dass ich mir immer gewünscht habe, ihn mal irgendwann in eine Herde mit Stuten stellen zu können. So kann er also sein Frührentnerdasein auch noch mit einer Freundin verbringen <3

Ich bin unendlich erleichtert, dass es Rocco dort gut geht und er gut in der Herde ankommt, auch wenn es bei ihm immer ein wenig dauert. Natürlich geht es ihm auch dort an warmen, sehr feuchten Tagen schlecht. Die Krankheit ist da und wird ja durch die gute, jodhaltige Luft nicht geheilt. Aber der Schleim löst sich automatisch und so heilen hoffentlich auch die Entzündungen in der Lunge und dem Lungengewebe besser ab und er hat eine Chance, ohne Infekte noch eine schöne Zeit zu haben. Und hoffentlich auch mit weniger Beschwerden was den Rentner-Weidealltag angeht.

Ich kann den Hof Rehedyk für Wanderreiter, Kurpferde oder eben Rentner allerwärmstens empfehlen – Tanja hat dort auch eine Salzkammer und den Air One Inhalator und hat selbst zwei eigene lungenkranke Pferde und widmet sich allen Pferden immer mit voller Aufmerksamkeit und Zuneigung. Außerdem gibt es mehrere offene Gastboxen, Weidestücke sowie Gästezimmer und Ferienwohnungen. Bei Interesse könnt ihr Tanja einfach anschreiben 🙂 Empfehlen kann ich übrigens auch ihre Kurse und Seminare als TGT-Zertifizierte Trainerin auf dem idyllischen Hof 🙂

 

Säbelscheidentrachea, Lungenfibrose, COB,.. da bleibt einem die Luft weg..

säbelscheidentrachea

Hallo liebe Wanderreit-Freunde,

heute schreibe ich mit schwerem Herzen diesen Beitrag. Rocco hat sich leider den ganzen Sommer hindurch nicht besonders gut gefühlt. Er stand ständig mit sehr aufgeblähtem Bauch (Lunge?) auf der Weide, man durfte seinen Bauch hinten-unten nicht anfassen (dann flog eventuell der Hinterhuf) und seine Nüstern waren oft im Schmerz leicht nach oben gezogen. Meine Reitbeteiligung Emma und ich begannen also, ein Tagebuch zu führen. Wetterdaten, Zustand Rocco, Fotos der Nüstern + des Bauches, Beobachten der Falten und der Scheimhäute. Der Sommer war wunderschön für uns, aber für ein lungenkrankes Pferd war er die Hölle.

Wir dokumentierten sehr, sehr viele Tage mit hochgezogenen Nüstern und Blähbauch. Es gab häufig Tage, an denen er uns keinen Schritt entgegen kam, sondern wartete, bis wir über die große Weide zu ihm kamen, ihm sein Leckerli gaben, dann durften wir auch schon wieder gehen. Er mochte einfach nicht mitkommen, geschweige denn geritten werden.

Nach dem Wanderritt mit meinem Patenkind beschloss ich schon, Rocco selbst entscheiden zu lassen, wann er etwas tun möchte und wann nicht. Denn dass er auf dem Wanderritt so unmotiviert und antriebslos war, war für mich ein sehr alarmierendes Zeichen. Er liebt es, in fremdem Gelände zu laufen und marschiert dort normalerweise vorwärts wie ein Zinnsoldat.

Es stand ziemlich schnell fest, dass Rocco wirklich nicht viel wollte. Fressen, kuscheln, spazieren gehen. Reiten war ab und zu drin, dann aber meist eher langsam. Maximal eine Stunde Ausreiten, dabei ein paar kurze Trab- und Galoppsequenzen. Nichts anstrengendes. Immer so, wie Rocco es zuließ.

Im Herbst fing er sich dann gleich zwei Schlundverstopfungen innerhalb von einer Woche ein. Ich nahm mir vor, mit meinem Tierarzt zu sprechen, ob wir Rocco einmal genauer untersuchen könnten. Was war mit ihm los? Hatte er vielleicht doch etwas mit dem Magen oder Darm? War der aufgeblähte Bauch doch nicht die Lunge, sondern etwas anderes?

Und vor anderthalb Wochen hatten wir dann einen Termin: Gastroskopie, Ultraschall der Lunge (wie kaputt ist sie denn jetzt?) und eventuell Ultraschall von Magen und Darm.

Die Gastroskopie ergab nichts spannendes und die Tierärztin überredete mich, doch nochmal eine Bronchioskopie zu machen. Nach drei Jahren, so meinte sie, könne sich da einiges verändert haben. Das stimmt natürlich auch wieder.

Also kam der nächste Schlauch mit Kamera durch die Nüster, diesmal in die andere Röhre. Doch zuerst stellte die Tierärztin fest, dass man bei Rocco durch die linke Nüster gar nicht hindurch kommt. Nicht einmal mit dem kleinen Finger konnte man hier weit kommen. Roccos Nase ist ja sehr schief, aber dass es so schlimm ist, war mir nicht bewusst. Dann kommt natürlich auch viel weniger Luft durch diese Nüster!

Als die Kamera durch Roccos Luftröhre fuhr, wurde mir ganz schlecht. Die Luftröhre war viel enger, als ich sie in Erinnerung hatte aus der Untersuchung vor drei Jahren. Auch der Tierärztin fiel das sofort auf. Und die Tatsache, dass man recht viel Knorpel auf dem Video sehen konnte.

säbelscheidentrachea
Säbelscheidentrachea – dieses Bild kommt noch aus der letzten Bronchioskopie vor 3 Jahren..Damals wurde es nicht erkannt.

Sie stellte fest: Rocco hat eine Säbelscheidentrachea. Eine genetisch bedingte Verengung der Luftröhre, die sich nicht aufhalten lässt und fortschreitet. Die Luftröhre wird immer ovaler und verknorpelt immer mehr.

Das war wirklich niederschmetternd. Kein Wunder, dass die Luft nicht aus der Lunge herausbekommt, wenn er nur eine richtig funktionierende Nüster hat und dann auch noch die Luftröhre so furchtbar eng ist…

Es wurde noch eine Schleimprobe entnommen, dann waren endlich alle Schläuche aus Roccos Hals entfernt.

Als nächstes packten die Tierärzte das Ultraschallgerät aus und untersuchten die Lunge. Ich hatte Rocco extra vorher die Lunge frei-geschoren.  Sieht völlig bescheuert aus und der arme Kerl muss nun mit Decke auf der Weide stehen, aber wir haben auch da ein Ergebnis bekommen. Und zwar ein niederschmetterndes.

Egal, welchen Ultraschallkopf der Tierarzt ausprobierte – Roccos Lunge war nicht zu sehen. Nach einer halbe Stunde des ausprobierens stellte der Tierarzt daraufhin fest: Rocco hat außerdem eine Lungenfibrose im Endstadium. Also komplett vernarbtes und entzündliches Lungengewebe…

Zusammen mit der Säbelscheidentrachea, der superengen Nüster und der COB, die er ja schon länger hat, haben wir also bestimmt einen 3-fachen Gewinn im Lotto geschafft…

Aber so stand auch sehr schnell fest, dass Rocco dringend an die Nordsee muss, und zwar für immer. Würde ich ihn hier behalten, wüsste ich nicht, ob er den nächsten Sommer noch schafft. Ich möchte, dass Rocco es gut hat und er nicht leiden muss, wenn er einfach nur auf der Weide steht. Ich fände es so toll, wenn er noch ein paar. jahre ein Leben mit weniger Beschwerden führen kann.

Deshalb zieht Rocco am 24.11. leider um an die Nordsee, wo er in meinem Besitz bleibt, aber ein Frührentendasein genießen kann. Er wohnt dort in einem tollen Stall mit Offenstallhaltung, Salzkammer und allem, was man sich wünscht. Es gibt sogar Ferienwohnungen, so dass ich auch länger bleiben kann, wenn ich Rocco besuche.

Wir werden versuchen, ihn jede Woche einmal zu besuchen – also einen Tag Emma, den anderen Tag ich. Und dann hoffen wir mal, dass Rocco sich dort gut und schnell einleben kann und es ihm an der guten Seeluft besser gehen wird!!! 🙁 🙁 🙁

Ich werde ihn sehr sehr vermissen..

Achtung bei der Trockenheit – Husten vorprogrammiert

COB Schleim Pferd

Aus akutem Anlass was die Hitze und Trockenheit angeht, schreibe ich  heute mal wieder in Sachen #COB / #COPD beziehungsweise #Lungenerkrankungen. Es häufen sich bei mir die Meldungen, dass in verschiedenen Ställen, egal welcher Haltung, immer mehr Pferde husten. Viele husten nicht nur ein paar Mal, sondern dauerhaft und auch schon gequält. Und auch viele Meldungen beinhalten, dass manche Reiter gar nichts dagegen tun, außer das Pferd weiter zu reiten. Ich möchte nicht auf den Pferdebesitzern herumhacken, sondern euch ein paar Tipps geben, wie ihr euren Pferden durch diesen für sie sehr belastenden Sommer helfen könnt!

Staub, Staub, Staub

Alles staubt nun schon wieder seit Wochen. Die Reitplätze, wenn nicht ordentlich gewässert, stauben so sehr, dass wir Reiter hinterher beim Naseputzen ein schwarzes Taschentuch haben. Von den Reithallen ganz zu schweigen. Denkt daran, dass eure Pferde ihre Nasen, wenn ihr sie vorwärts-abwärts reitet, noch viel tiefer im Staub haben und dabei auch noch auf Leistung laufen – also die Nüstern schön weit blähen, um bei der Wärme und der Arbeit genug Luft zu bekommen. Und damit eben auch eine Menge Staub tief einatmen.


Auf diesem Video war ich vor zwei Wochen mit meinem Patenkind auf einem Wanderritt im Wendland. Man sieht hier ganz gut, wie es selbst nur beim Schrittreiten den Staub aufwirbelt und Leni die ganze Zeit in der Staubwolke sitzt. Von der Pferdenase ganz zu schweigen..

Was passiert in der Pferdelunge durch den Staub?

Interessanterweise war ich gerade gestern auf einem Festival, wo es extrem gestaubt hat. Hier konnte ich mal am eigenen Körper erleben, wie es für die Pferde sein muss.
Ich bin weder Arzt noch sonst in dieser Richtung ausgebildet, habe aber wirklich eine Menge Erfahrung mit dem Thema gesammelt und erkläre es somit mit eigenen Worten: Die Flimmerhärchen sind eigentlich dazu da, Keime, Staub und anderes über einen feuchten Schutzfilm in den Rachen zu transportieren, damit diese schädigenden Dinge heruntergeschluckt werden, statt in die Lunge zu gelangen. Zwischen den Härchen sind Schleimdrüsen, die den Film feucht halten. Wird der Film zu trocken, wird Schleim nachproduziert. Dies passiert auch bei einem Infekt – wie wir auch von uns kennen, wenn wir erkältet sind. Die Schleimhäute fühlen sich furchtbar trocken an, aber man ist in den Atemwegen völlig verschleimt. Die Drüsen produzieren also bei einem Infekt, durch den die Schleimhäute austrocknen, ständig mehr und mehr Schleim, der sich dann in den Nebenhöhlen und der Lunge festsetzt.
Bei der Belastung durch zu viel Staub ist es das gleiche: auf lange Zeit viel Staub trocknet die Schleimhäute des Pferdes (und auch des Menschen, wie bei mir gestern auf dem Festival) aus. Also wird mehr Schleim produziert. Wenn das Pferd aber regelmäßig zu viel Staub ausgesetzt ist und die Drüsen ständig überprozieren müssen, sammelt sich immer mehr Schleim in der Lunge. Der Staub, den das Pferd dabei einatmet und der nicht komplett von den Flimmerhärchen abtransportiert werden kann, macht aus dem noch flüssigen Schleim festen Kleister. Diesen sehr zähen Schleim hört der Tierarzt beim Abhorchen des Pferdes nicht mehr. Auch muss ein Pferd oft nicht husten, weil der Schleim eben so fest sitzt, dass er sich nicht bewegt und somit keinen Reiz auslöst.
Manche Pferde husten auch nur einmal, beim ersten Trab oder Galopp, weil sich ganz kurz etwas bewegt hat. Danach aber nicht mehr. Der Schleim ist einfach zu fest.
Viele Tierärzte geben dann dem Pferd leider Ventiplus oder einen anderen Lungen/Bronchienerweiterer. Damit das Pferd wieder besser zu Atem kommt. Wenn man sich nun aber vorstellt, dass die Atemwege geweitet werden und die Staubbelastung bleibt, treiben wir den Staub NOCH tiefer und in noch größeren Mengen in die Lunge hinein. Der Schleim wird noch zäher. Durch den dauerhaften Schleim in der Lunge und den Dreck/Staub entstehen Entzündungen in der Lunge. Der Körper schaltet also in den “Infekt”-Modus und die Schleimdrüsen arbeiten auf Hochtouren, denn das Pferd scheint ja krank zu sein. Und schon stecken wir in der abwärts laufenden Spirale. Die Lunge wird immer voller. Man schont das Pferd, weil es entweder hustet oder weil es langsam, über eine längere Zeit, an Leistung verliert und schneller kurzatmig wird. Bei uns dauerte dies Jahre. Durch das schonen muss die Lunge nicht mehr richtig arbeiten und der Schleim verflüssigt sich gar nicht mehr….
An diesem Punkt standen wir dann im Januar 2017, Roccos Lunge war so stark aufgebläht durch den Schleim und immer mehr Luft, die er sich reingezogen hat aber nicht mehr vollständig ausatmen konnte.. er versuchte, sie durch krampfhaftes nachdrücken (Bauchatmung -> Dampfrinne) herauszupressen, aber es ging nicht. Er schaffte im Januar nur noch 5 Minuten Schritt, dann war die Atmung schon bei 60 Atemzügen pro Minute. Das ist vergleichbar mit der Atmung eines gesunden Pferdes nach längerer Dressurarbeit mit viel Trab und Galopp…

Im Gelände

Beim Ausreiten ist es fast noch schlimmer. Die Reitwege, die wir zumindest hier in Hamburg und Umgebung haben, stauben wie in der Wüste. Auch im Wendland auf unserem letzten Wanderritt (siehe Video oben) war die Luft braun vom Staub. Wenn einer vorweg reitet, atmen die hinteren Pferde (und natürlich auch Reiter und Hunde), den ganzen Staub ein. Besonders gut macht sich das beim Galoppieren, wenn die Nüstern schön weit geöffnet sind..

Auf der Weide, im Offenstall

Stehen die Pferde zum Beispiel im Offenstall oder auf der Weide neben dem Reitplatz, bekommen sie den ganzen Staub der Reiter ab. Stehen sie im Offenstall mit Sandplatz, wälzen sie sich im Staub und atmen ihn so richtig tief am Boden ein. Ist die Weide stark heruntergefressen, staubt der Boden extrem. Und dazu kommt bei vielen noch das Heu des letzten Jahres, das zugefüttert wird, weil die Weiden so trocken sind und nicht genug nachwachsen. Durch den absolut miesen Sommer letztes Jahr ist das Heu oft sehr, sehr staubig!

Ihr seht – die Pferde, so viel sie auch draußen stehen mögen, sind diesen Sommer einer riesigen Menge Staub ausgesetzt. Ich habe inzwischen von vielen Freunden und Bekannten gehört, dass dort die Pferde reihenweise   husten. Meine Bitte an euch: Macht euch ganz bewusst, was da gerade abgeht. Helft euren Pferden vorzeitig, mit dieser krassen Belastung klar zu kommen, damit eure Pferde nachher nicht so krank wie meiner werden! Wenn ihr nicht aufpasst und die Staublungen eurer Pferde nicht pflegt, können sie sehr schnell eine chronische Bronchitis (COB) entwickeln – oder eine akute Lungenentzündung. Auch aus einem nicht richtig ausgeheilten Husten/Bronchitis entsteht am Ende eine chronische Erkrankung, wie es leider auch bei Rocco war. Und da der Prozess so schleichend ist, bekommt man es meistens erst viel zu spät mit.

Was kann man tun?

Inhalieren – zur Not mit einfachen Hausmitteln

Natürlich hat nicht jeder einen Inhalator zur Hand. Die beste Methode wäre, wenn ihr einen Inhalator habt oder im Stall ausleihen könnt, und euer Pferd während dieser Trockenheit regelmäßig mit 0.9%igem NaCl inhaliert. Besser mit einem billigen, einfachen Inhalator, als gar nicht.
Es gibt auch bei Ebay Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen (“Atemwegserkrankte Pferde” oder “Allergie, COB, Dämpfigkeit,.. mein Pferd bekommt keine Luft!“) immer wieder Leute, die ihren Inhalator nicht mehr brauchen und für längere Zeit verleihen.
Zur Not tut es bestimmt auch ein Eimer mit heißem Wasser zu den Hufen des Pferdes (NICHT trinken lassen!!) während man putzt, so dass das Pferd zumindest die Wasserdämpfe einatmet. Hier geht natürlich auch Pfefferminztee, Fencheltee, Salbeitee, Thymian im heißen Wasser. Achtung bei Allergien.
Oder hängt dem Pferd ein feuchtes Tuch über die Nüstern beim Putzen – vielleicht hilft sogar das schon ein wenig, um die Lunge zumindest im ganz vorderen Bereich etwas anzufeuchten.
Generell kann man sagen: je besser der Inhalator, desto tiefer dringt er mit der Feuchtigkeit in die Lunge ein.

COB Inhalieren Akku

Salzkammer

Wenn ihr eine Salzkammer, Solekammer oder eine Mobile Salzkammer (mit Pferdehänger z.B.) in der Nähe habt, geht dort mit eurem Pferd regelmäßig rein. Besser einmal pro Woche als keinmal. Ich würde natürlich dazu raten, eher alle 2 Tage bzw. jedes Mal nach dem Reiten etwas gegen die Staublunge zu unternehmen, beziehungsweise hier natürlich auf den Rat der Betreiber der Salzkammer zu hören. Ich kann folgende mobile Salzkammer empfehlen, da ich Anja persönlich kenne und weiß, dass sie sich mit den Dosierungen gut auskennt (https://www.facebook.com/PferdeatmungAnjaBannat/).

Homöopatischen Schleimlöser geben

Es gibt einen Schleimlöser namens B-Vetsan, der sehr gute Ergebnisse erzielt und homöopatisch ist. Somit kann man diesen ruhig auch mal profilaktisch geben und sieht so hoffentlich recht bald, ob das Pferd schon Schleim in der Lunge angesammelt hat. B-Vetsan gibt es z.B. bei Amazon zu kaufen und ist nicht teuer. Füttert eine Dose komplett durch, das Pferd bekommt 2 Messlöffel pro Tag ins Futter. Dies kann natürlich mit Kräutern kombiniert werden.

Kräuter wirken Wunder

Füttert eurem Pferd Thymian (löst Schleim, bekommt man im Internet für ein paar Euro, auch bei Loesdau), Fenchelsaat, Süßholzwurzel oder noch besser: lasst es mit heißem Wasser wie einen Tee ziehen und gebt es dann – vermischt mit kaltem Wasser, damit sich keiner die Zunge verbrennt – ins Futter.
Die zusätzlichen Dämpfe werden dann beim Fressen inhaliert.
Achtet darauf, ob euer Pferd allergisch auf Kräuter reagiert. Ich habe gehört, dass in einem Stall aktuell Süßholzwurzel gefüttert wird und dort viele Pferde mit Durchfall reagiert haben.

Heu nass machen

Das Heu des letzten Jahres ist wie gesagt oft staubig. Wässert es, um eurem Pferd auch noch diese Staubbelastung zu nehmen. Und wenn ihr es nur kurz in Wasser tunkt und dem Pferd dann im Heunetz aufhängt – besser als staubig.

Vom Boden füttern

Damit der Schleim, wenn denn welcher vorhanden ist, ablaufen kann, muss das Pferd den Kopf senken. Deshalb ist es immer sehr hilfreich, nach der Arbeit das Pferd vom Boden (nicht-staubig 😉 zu füttern. Direkt nach dem Reiten etwas grasen lassen ist natürlich auch praktisch.

Pollennetz zum Reiten, Fliegenmaske mit Pollennetz

Ich bin irgendwann auf die Idee gekommen, mir so ein Pollennetz zu kaufen und es an meiner Trense zu befestigen. Dazu braucht man eine Trense mit Nasenriemen, es gibt aber auch ganze Fliegenmasken inklusive Pollennetz.

Ich kann es noch nicht belegen, aber die Vermutung liegt nahe, dass das Pollennetz auch den Staub mehr abhält. Zudem könnte man das Pollennetz vorher in Wasser halten, so dass das Pferd auch noch feuchte Luft einatmen kann. Einfach mal ausprobieren! Ein Pollennetz kostet 5-20 EUR, ist also keine große Investition.

Außerdem kann eine Fliegenmaske inkl. Pollennetz auf der Weide getragen werden, um auch hier etwas mehr Schutz zu geben.

Fazit

Mir machen die vielen Meldungen über hustende Pferde wirklich große Sorge, da ich mit meinem Pferd wirklich ständig am Thema COB kämpfe und immer wieder neue Tiefschläge einstecken muss. Ich würde so gern mit diesem Post verhindern, dass so viele weitere Pferde chronisch Lungenkrank werden. Die Krankheit schleicht sich ein, man merkt es oft gar nicht sondern erst, wenn es viel zu spät ist. Den zähen Schleim dann wirklich vollständig wieder herauszubekommen, ist mit viel Geduld, Arbeit, Geld, Zeit und natürlich auch einer extremen Haltungsoptimierung und Einschränkungen zu schaffen. Einfach nur Schleimlöser zu geben reicht nicht, auch wenn der Tierarzt dann häufig nichts mehr beim abhorchen des Pferdes feststellt. Man hört den Schleim nicht, wenn er zäh genug ist. War bei meinem Pferd leider auch so.

Ich könnte noch seitenlang über das Thema referieren. Bei Fragen meldet euch gerne über jule@wanderreiter-auf-tour.de oder per PN bei Facebook an Wanderreiter auf Tour.

Ich möchte mit meinem Artikel keinem zu nahe treten, sondern nur das Bewusstsein für die Gefahr, die hier für viele Pferde in jeglicher Haltung entsteht, erweitern. Und hoffe, damit einer Menge Pferde und ihren Besitzern die COB zu ersparen. Aus eigener jahrelanger leidvoller Erfahrung. Ich bringe mein Pferd morgen wieder für einige Zeit an die Nordsee und hoffe, dass er dort die anrollende Hitzewelle ohne eine zum Bersten aufgeblähte Lunge und ohne Atemnot überstehen kann.

 

Ich bin weder Tierarzt noch Heilpraktiker, habe aber in den letzten Jahren sehr viel Erfahrung mit der Erkrankung meines Pferdes gesammelt und sehr, sehr viel gelernt, als Rocco bei Rebekka Heppner zur Kur war. Was ich hier schreibe und empfehle, geschieht aus bestem Wissen und Gewissen und ist als Tipps anzusehen, nicht als Diagnose oder Behandlung.

Wanderreiten mit Kind – Von Prezelle nach Ziemendorf

Leni schläft bis 9:15, während ich wieder einmal um 7 Uhr von Gina geweckt werde. Sie hat es irgendwie drauf, mich auch ohne zu Winseln oder Fiepen zu wecken. Einfach anfangen irgendwas abzuschlecken – zum Beispiel die Bettdecke oder auch ihre Pfote, und zack bin ich wach. Also lasse ich sie hinaus und füttere die Pferde, die beide tiefenentspannt in ihrer jeweiligen Box stehen und herausgucken. Über Nacht haben wir Rocco und Hördur getrennt, da Hördur wie wir vorher schon auf dem Stück Weide beobachtet haben dazu neigt, Rocco aus Langeweile zu vertreiben und im Kreis zu jagen. Jeder hat nun eine Box und ein Stück gepflasterten Paddock davor. Nachdem ich jedem einen halben Ballen absolut staubarmes Heu gegeben habe, gehe mit Gina noch ein bisschen auf dem Hof herum und setze mich dann in die Sonne vor die Wohnungstür und schreibe meinen Bericht.
Da es frisch wird und die Sonne hinter einer Wolkendecke verschwindet, mache ich mir in der Wohnung einen Kaffee. Leni steht auf und wir Frühstücken gemeinsam eine riesige Menge Toast. Währenddessen kommt Christiane vorbei und bringt die versprochene und heiß ersehnte Nutella.
Nach dem Frühstück packen wir wieder unsere Sachen, fegen die Wohnung und Leni gibt den Pferden Pfefferminztee für die staubigen Lungen. Dann wird ausgemistet, Was zum größten Teil wieder Leni übernimmt. Um Punkt 12 Uhr sind wir fertig und Christiane kommt wie verabredet noch einmal vorbei, um die jüngste Wanderreiterin und jüngste Reiterin überhaupt auf ihrem Hof zu fotografieren. Sie hat in der Ferienwohnung eine Bilderkollage und würde Leni gern dort hinzufügen. Leni gibt ihr dazu die Erlaubnis und so lassen wir uns natürlich auch endlich einmal zusammen fotografieren für die eigenen Fotoalben 😊
Da wir für die Fotos schon auf den Pferden sitzen, verabschieden wir uns von Christine und kommen gern einmal wieder hierher. Die Wanderreitstation in Prezelle liegt sehr ruhig, unsere Pferde und wir hatten alles, was wir brauchten. Außerdem liegt Prezelle sehr praktisch: der Gatower Forst ist gut zu erreichen, genauso wie die Nemitzer Heide, die Wirler Spitze und auch der Ahrendsee. All dies sind wunderschöne Ziele, die man innerhalb von ca. 10 km erreichen kann.
Wir reiten also los und nehmen statt des geplanten Weges einen früheren Abzweig. Dieser endet zwar an einem Feld, aber da dieses bereits gemäht ist, reiten wir darauf die restlichen 100m weiter bis zum nächsten Weg. Wir reiten nun auf einem Plattenweg, der in eine asphaltierte landwirtschaftliche Straße übergeht. Auf Asphalt haben wir keine Lust, also nehmen wir wieder einen früheren Abzweig nach links, der wieder einmal nicht in meiner App eingetragen ist. Normalerweise sind in der App Maps3D, welche die OpenStreetmaps Karten benutzt, die kleinsten Wege und sogar Reitwege eingezeichnet. Aber hier im Wendland scheint es viel zu viele Forstwirtschaftswege zu geben.
Wir traben einen schönen, grasbewachsenen Weg entlang und folgen ihm in südöstlicher Richtung. Der Weg ist von allen Seiten mit Brombeeren zugewachsen und die Sonne kommt heraus und lässt alles in sattem Grün erstrahlen.
Nach einem langen Trab tauchen wir wieder in den Wald ein. Auf meiner App sehe ich, wie wir schön quer zum geplanten Weg reiten und sogar ein wenig abkürzen. Und das auch noch auf so herrlichen Wegen!
Wir traben immer mal wieder auf den jetzt wieder sandigen Wegen, dann muss ich absitzen, um Gina Wasser zu geben. Heute Nacht hat es zwar tatsächlich mal geregnet – laut Christiane das erste Mal seit Monaten in diesem Jahr – aber für Pfützen hat es leider nicht gereicht.
Der Weg biegt nun wieder nach Süd-Osten ab, aber Hördur meint mal wieder, es besser zu wissen und marschiert stur weiter nach Osten. Also trabe ich – inzwischen wieder auf Rocco sitzend – an und sammle ihn ein, degradiere ihn erneut für die nächsten paar Minuten zum Handpferd. Dann kommt er wieder auf Bewährung frei, bis das gleiche beim nächsten Abbieger erneut genauso abläuft. Wieder wird er degradiert, diesmal für längere Zeit. Wer nicht hören will…
Wir reiten nun auf einem Sandweg und finden bald eine nette Stelle mit viel saftigem Gras, wo wir unsere Pause einlegen. Ich lasse wieder beide Pferde grasen, während Leni die Vorräte auspackt und es sich schonmal auf dem Waldboden gemütlich macht. Ich muss Rocco kurz den Strick über den Sattel werfen, um etwas zu trinken, da marschiert der Blödmann einfach los. Er geht einfach entlang der Route weiter und ich steh da mit Hördur in der Hand, den ich besser nicht einfach stehen lasse.
Also gehen Hördur und ich flotten Schrittes – aber bloß nicht laufen! – hinter Rocco her. Würde ich nun laufen, würde auch Rocco antraben und dann könnte es schwierig werden, ihn wiederzubekommen. Die Situation hatten wir schon einmal. Er ist eben ein Fluchttier und rennt, wenn die anderen auch rennen.
Ich rufe ihn und locke ihn immer wieder. Er dreht den Kopf zu mir, geht aber weiter. Nach vielleicht 30 Metern erreiche ich ihn, greife mir seinen Strick und ziehe ihn zurück zu unserem Rastplatz. Wenn er so wenig Hunger hat, um solchen Quatsch zu machen, kann er ja auch schlafen gehen. Also binde ich wieder beide Pferde an unterschiedliche Bäume und sofort fängt Rocco an zu dösen. Hördur scheuert sich erst noch ausgiebig an der rauhen Baumrinde der Kiefer, dann döst auch er viel schneller als sonst. Zum Glück haben ja beide Pferde ihre Ganzkörper-Zebradecken an, so dass Hördur beim Scheuern die Decke zwar aufrauht, aber zumindest seine schöne Mähne nicht ausreißt. Wenn wir nachher zurück in Ziemendorf sind, werden beide Pferde wieder mit Wiemerskamper Pflege-Öl eingeschmiert.
Nach einer knappen Stunde Pause und viel Quatsch von Lenis Seite („Ich weiß auch nicht warum, aber ich rede ja wenn wir reiten kaum und jetzt in der Pause muss mein Mund sich einfach bewegen“ 🙈😂) laufen wir erst einmal zu Fuß weiter. Dann nutzen wir den nächsten herumliegenden Baumstamm und sitzen auf. Auch Leni versucht es heute mal allein mit Hördur und schafft es auch!
Kurze Zeit später erreichen wir einen der tiefen Sandwege und lassen die Pferde am Rand im verbrannten Gras Schritt gehen. Hördur ist vorerst auf Bewährung frei. Nach einer längeren Schrittphase erreichen wir wieder das Grüne Band und überqueren es heute nur. Zur wunderschönen Wirler Spitze sind es zwar nur 2,5km, aber da waren wir am Sonntag bereits und ich merke den Pferden an, dass sie langsam nach Hause müssen. Die Energie geht trotz unserer Pause zur Neige.
Wir traben noch einmal ein Stück auf einem schön festen Waldboden, dann verlassen wir den Wald und reiten entlang eines Weizenfeldes weiter gen Süden. Auch einen von Eichen gesäumten Sandweg, deren Eichen fast alle von Eichenprozessionsspinnern befallen sind, traben wir besser vollständig durch. Diese Nester sind uns logischerweise nicht geheuer. Nun biegen wir ab auf einen Feldweg, der entlang des Maisfeldes verläuft, an dem Rocco so gerne nascht.
Hördurs Sattel rutscht nun irgendwie immer mehr zur rechten Seite und so setze ich Leni für die letzten 2 Kilometer auf Rocco und führe Hördur den restlichen Weg.
Nach knapp 3,5 Stunden inklusive unserer Pause erreichen wir wieder Ziemendorf. Wir binden die Pferde am Hänger an, entpacken sie, tränken, inhalieren, füttern, Leni pflegt die Hufe mit Öl und dann, nach einer Stunde Tüdelei, können die Pferde endlich wieder auf ihr Paddock.
Natürlich wird sich erst einmal ausgiebig gewälzt und dann das restliche Heu aus dem Heunetz gefressen.
Wir gehen müde auf unser Zimmer, wo Gina sich nach dem Füttern sofort unter dem Bett in ihrer Höhle zum Schlafen verkriecht und Leni es sich im Bett mit einer Folge „Drei Fragezeichen Kids“ gemütlich macht.
Ich dusche mir den Staub und Schweiß ausgiebig ab und lege mich dann ebenfalls ins Bett.
Zwei Stunden später versorgen wir die Pferde mit Heu für die Nacht und fahren dann nach Zießau zum Abendessen.
Für Leni hatte ich vor unserem Urlaub eine goldene Schleife bedrucken lassen, die sie für ihren ersten Wanderritt bekommen soll. Diese übergebe ich ihr und sage ihr, wie stolz ich bin, dass sie das alles so toll mitgemacht und geschafft hat. Leni hat sich nicht ein einiges Mal beklagt. Weder über Müdigkeit, noch die Bremsen, die uns im Wald teilweise ziemlich umschwirrt haben, noch über Hitze oder Kälte oder Hördurs Dickkopf. Egal welche Aufgabe man ihr im Zusammenhang mit den Pferden gibt, sie liebt sie alle und führt sie total gerne aus. Vor allem das abäppeln, warum auch immer 😂
Ich bin Tini, der Besitzerin von Hördur, unheimlich dankbar, dass wir ihr Pony mitnehmen durften. Nur so war es möglich, Leni den lang ersehnten Wanderritt zu ermöglichen.
Ich habe bereits bei Facebook einen Kommentar gesehen, dass Leni und mir Respekt dafür gezollt wurde, einen Wanderritt mit bzw. als Kind anzugehen. Ich denke es hängt einfach stark davon ab, wie sehr sich das Kind dies wünscht. Leni hat mich schon mit fünf Jahren, also vor vier Jahren, gefragt, ob und wann wir mal einen Wanderritt machen können. Die Frage kam fast jedes Mal wieder auf, wenn das Thema Wanderreiten im Raum stand. Meine Antwort war immer die gleiche: Wenn du sattelfester bist und ein Pferd selbstständig putzen, selbst lenken und durchparieren kannst. Sprich: wenn ich nicht alles alleine machen muss und sie nicht dauerhaft als Handpferd
nehmen muss. Und dann war da natürlich auch immer die Frage, wer einem sein Pferd, das kinderkompatibel ist, zur Verfügung stellen würde für einen solchen Urlaub.
Für zwei Pferde reichen momentan die Finanzen und auch die Zeit einfach nicht, und solange Leni Rocco noch nicht richtig selbstständig reiten kann, macht es auch keinen Sinn. Denn wenn ein 2. Pferd, dann würde ich ein „neues“ Wanderreitpferd für mich kaufen wollen und Rocco gesundheitsbedingt für die leichtere und gemütlichere Arbeit sowie eben auch als Lenis Reitpferd einsetzen wollen.
Der Urlaub mit Leni im Wendland war sehr schön, natürlich durch das Reiten und die viele Arbeit mit Packen und entpacken und organisieren nicht körperlich, aber zumindest geistig entspannend.
Und ich denke, ich werde über unser Abendteuer im Ganzen – denn wir sind ja neben dem Wanderritt noch mehrere Tage in Ziemendorf gewesen – mal wieder versuchen ein Buch zu schreiben. Vielleicht diesmal ein kleineres als bisher. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

 

GPS Route für Nachreiter:

Wanderreiten mit Kind Prezelle-Ziemendorf GPS

Wanderreiten mit Kind – Ziemendorf nach Prezelle

Um halb acht wache ich auf und gehe mit Gina als Gassirunde die Pferde versorgen. Leni schläft noch selig weiter. Als ich um 8 zurück im Zimmer  bin, wacht auch Leni auf. Wir gehen frühstücken und packen danach auf dem Zimmer die restlichen Dinge für unseren Wanderritt ein.  Dann gehen wir endlich abäppeln – Leni wartet tatsächlich schon fast sehnsüchtig darauf. Um halb zehn stehen die Pferde angebunden am Pferdehänger und wir teilen die Arbeit auf: Leni putzt beide Pferde und ich sattle und bepacke sie.

Nach anderthalb Stunden sind endlich beide Pferde sauber, gesattelt, in Zebras verwandelt, mit allen Gepäckstücken beladen, getränkt und aufgetrenst. Ganz schön viel Arbeit, wenn man für zwei die Pferde voll bepackt. Ich muss zugeben, dass ich in diesem Urlaub beschließe, die zukünftigen Wanderritte mal wieder mit Gepäcktransport zu buchen, wenn dies angeboten wird. Es ist für Rocco mit seinem ewigen Energieproblem durch die kaputte Lunge natürlich besser zu schaffen, wenn er nicht auch noch Gepäck mitschleppen muss. Ich muss es ihm eben so leicht wie möglich machen. Hier läuft Rocco recht motiviert voran, aber auch längst nicht mehr so wie zu früheren Wanderritten. Wir traben auch weniger und reiten sehr viel Schritt.

Um 11:30 Uhr starten wir dann in Ziemendorf und reiten in Richtung Westen vom Gelände. Unser erstes Zwischenziel auf dem Weg nach Prezelle ist natürlich die Pferdeschwemme im Ahrendsee. Wir reiten am Waldrand entlang und nehmen einen späten Abzweig nach links, um uns den Ritt durch den Ort Zießau zu sparen. An der Straße muss ich immer absteigen, Gina an die Leine nehmen wegen der Autos und gleichzeitig auf Hördur achten, dass er nicht plötzlich auf die Straße abbiegt. Er nimmt Lenis Versuche, ihn irgendwo hin zu lenken, nicht sonderlich ernst. Deshalb muss man immer bereit sein, wenn die Situation es erfordert. Deshalb ist es hier im Wendland generell auch so schön einfach zu reiten, denn Straßen trifft man kaum, befahrene Straßen noch weniger und Menschen unterwegs im Wald erst recht nicht. Selbst wenn Hördur also meint, eine andere Richtung einschlagen zu müssen – weil er der Meinung ist, dass es Zeit ist wieder nach Hause zu laufen – kann man ganz einfach antraben (denn diese „Durchgeher“ passieren nur im Schritt), sich den Zügel greifen und Leni helfen, das Pferd in die gewünschte Richtung zu bugsieren 😂🙈
Er ist einfach ein Sturkopf und nimmt alles unter 50Kg Reitergewicht nicht ernst.
Außerdem sind er und Rocco ständig der Meinung, kurz vor dem Verhungern zu stehen, und so wird wirklich jede Gelegenheit genutzt, um irgendwo an dem total vertrockneten Gras zu knabbern. Und auch jede nicht vorhandene Gelegenheit wird genutzt.
Auch dabei lässt Hördur sich nicht von der ihn antreibenden, an den Zügeln hochziehen wollenden Leni beeindrucken und grast selig weiter. Also muss ich Rocco vom Gras wegzerren, zurück zu Hördur, mir seinen Zügel greifen, mit ihm schimpfen und ihn mitnehmen. In der kurzen Pause, in der ich nach Hördurs Zügel greife, ergreift Rocco wiederum die Chance und beißt genüsslich in das neben uns liegende Maisfeld hinein. Argh! Kurze Unachtsamkeit nun Hördur gegenüber, und sein Kopf verschwindet auch im Mais.
Das ist ja zum ausflippen mit den beiden. Nachdem ich wie ein Rohrspatz geschimpft habe und Hördur wieder zum Handpferd degradiert habe, sind alle beleidigt und genervt. Leni und ich tadeln Hördur, dass er jetzt wieder im Kindergarten ist und deshalb als Handpferd laufen muss. Wer frech ist, wird Handpferd und darf nicht mehr frei laufen. Selbst schuld.
Auf dem Weg zur Pferdeschwemme macht Rocco an der Fischerei, an der man vorbeireitet, wieder ein fürchterliches Theater. Schon vor Jahren hat er sich hier stark gegruselt und auch damals ist er mir in das Feld zu unserer Rechten gerannt. Diesmal reite ich ihn rückwärts an der Fischerei vorbei, denn der Vorwärtsgang klemmt. Kurz darauf kommen eine abgekämpfte Jule, ein gestresster Rocco, ein weiterhin beleidigter Hördur, eine leicht verwirrte Leni (was ist heute mit den Pferden los?) und eine aufgekratzte Gina (da war eine Katze!) am See an.
Leni zieht ihre Schuhe und Socken aus, dann reiten wir, mit Hördur weiterhin als Handpferd, in den See.
Rocco steht ja nicht sonderlich auf das sich bewegende Wasser und will immer schnell zurück zum Ufer. Aber wir schaffen es noch einmal, den schönen Gang zwischen dem Schilf hindurch zu reiten und stehen kurz danach im offenen See. Ich liebe diese Pferdeschwemme. Dieser Moment, wenn man mitten im See steht.. einfach nur toll! Die Pferde laufen plötzlich schnurstracks weiter, als ob sie den See durchqueren wollten. Das wollen wir mit unserem ganzen Gepäck ja nun doch besser nicht.
Gina schwimmt wie immer mit großem Abstand neben uns her.
Nachdem wir die Schwemme verlassen haben, steigen wir ab und lassen die Pferde das saftige Gras fressen, damit wir erstmal Ruhe vor ihrem Fresswahn haben. Leni zieht sich ihre Reitstiefletten wieder an und kurze Zeit später tritt der olle Hördur ihr mit vollem Gewicht auf den Fuß!
Ein paar große Tränen und erneut eine kurze Schimpftirade mit Hördur „mir egal wo du stehst“ später kühlt Leni ihren Fuß im See, cremt ihn dick mit Latschekiefer Salbe ein und zieht tapfer Socke und Schuh wieder an. Das Auftreten tut noch weh, der Schreck sitzt noch in ihren Knochen. Wir besprechen, dass wir eine halbe Stunde Schritt entlang der Route reiten und uns dann Lenis Fuß erneut ansehen. Wenn er blau wird, brechen wir sofort ab und fahren zum nächsten Arzt oder Krankenhaus.
Irgendwann steigt Leni wieder in ihren Steigbügel und sagt, es geht schon besser. Derweil reiten wir einen nicht eingezeichneten Weg zwischen Gerstefeldern entlang, der parallel zu unserem verläuft. Wir treffen eine Reh-Familie und dann huscht, leider etwas verdeckt vom Gebüsch, ein weißes Dammwild davon. Schade, dass ich es Leni nicht nochmal zeigen konnte, da war es schon spurlos verschwunden. Gina zieht derweil ständig an ihrer Leine, die ich ihr sofort angelegt habe, als Familie Reh in Sicht kam.
So habe ich links eine ziehende Gina und rechts in der Hand einen Rocco, der doch immer mal wieder Versuche startet, Gras vom Weg zu fressen. Irgendwann müssen meine Arme davon länger werden…
Leider endet unser Weg mitten an einem Feld. Der Parallelweg ist nur 50Meter von uns entfernt und im Feld verlaufen die Spuren des Traktors, der das Gerstefeld bestellt. Also nehmen wir spontan eine der breiten Reifenspuren und zerstören so nicht weiteres Getreide. Am Ende der Traktorspur folgt ein ausgetrockneter Graben. Leni muss nun auch absitzen, Gina darf von der Leine – alles Wild ist weg und ich lasse zuerst Rocco alleine durch den Graben klettern. Leni nimmt ihn mit Sicherheitsabstand auf der anderen Seite in Empfang. Dann folge ich mit Hördur am langen Strick. Er klettert ebenfalls tapfer durch den Graben und schon stehen wir alle wieder auf einem richtigen und hier so typischen Sandweg.
Die Pferde dürfen grasen und wir inspizieren Lenis Fuß.
Es ist nichts mehr zu sehen! Es kann also ganz normal weiter gehen. Wir sitzen wieder auf und traben bald mal wieder an.
Wir tauchen wieder in den Wald ein und treffen wieder einmal auf das grüne Band – den ehemaligen Grenz- bzw. Todesstreifen.
Wir folgen im nur ein kurzes Stück und reiten dann weiter nach Norden. Wir traben noch einmal, dann finden wir eine Stelle mit viel saftigem Gras und halten an. Pause!
Wir haben nun 9km hinter uns und noch 7-8km vor uns.
Leni setzt sich mit allem ess- und trinkbaren auf den grasbewachsenen Waldweg, während ich die Pferde am langen Seil grasen lasse. Nach 10Minuten binde ich erst Hördur, dann Rocco hoch angebunden an einen Baum. Rocco knabbert immer mal wieder an der Buche neben sich und döst dann. Hördur läuft unruhig um seinen Baum herum knabber mal hier, mal da. Kratzt sich, dreht sich, buddelt genervt mit dem Huf…
irgendwann gebe ich es auf, seinen Strick höher und höher anzubinden und lege mich auf den Waldboden. Ich bin wohl kurz eingenickt, aber als ich wieder hochschaue, spielt Leni neben mir weiterhin mit Tannenzapfen und beide Pferde dösen entspannt.
Nach einer Stunde Pause ziehen wir weiter. Wir führen die Pferde ein Stück, dann sitzen wir auf und reiten weiter. Der Wald gehört weiterhin uns allein, niemand ist zu sehen. Es duftet wie immer nach Baumharz und Tannennadeln. Und nach Sommer im Wald. Wir traben ein längeres Stück und stellen danach fest, dass es ein ganzer Kilometer war. So lange ist Leni glauben wir noch nie am Stück getrabt. Wir traben kurz danach wieder und galoppieren an. Hördur scheint sich so sehr darüber zu freuen, dass er erstmal ein paar kleine Buckler hinlegt. Leni hält sich tapfer, wir traben sicherheitshalber erstmal weiter. Nach einer kurzen Schrittpause galoppieren wir noch einmal und Hördur ist diesmal brav. Ein letztes Mal muss ich absitzen, um Gina Wasser zu geben. Es gibt weit und breit nichts zu trinken und auch für die Pferde wird es wohl bald mal Zeit. Aber in 1,7km sind wir eh am Ziel. Ich gebe den Pferden den Inhalt meiner 2. Wasserflasche, aber nur Rocco trinkt. Wir traben noch einmal. Der Wind frischt auf und kühlt unsere verschwitzten Gesichter. Kurz darauf endet der Weg in einer asphaltierten, unbefahrenen Landstraße und wir lassen die Pferde Schritt gehen. Zehn Minuten später erreichen wir den Ort Prezelle und sitzen ab.
Wir führen die Pferde durch den süßen, ruhigen Ort und landen leider erst einmal an der privaten Adresse von Christiane und Peter. „Die Wanderreitstation befindet sich in der Dorfstr. 55/57“ steht auf einem Zettel. Leider zeigt meine App „Maps3D“ die Dorfstr. nicht mit Namen an und Netz für GoogleMaps habe ich nicht. Hmmm. Wir wandern einfach mal weiter und zum Glück kommt Chrisitiane uns schon mit dem Fahrrad entgegen, um uns einzusammeln.
Wir kommen auf einen gemütlichen Hof, dem die Jahre anzusehen sind. Christiane erzählt uns, dass hier 20 Jahre lang Mieter gewohnt hätten und sich nicht um die Pflege der Gebäude gekümmert hätten. Sie wollen hier nun selbst wieder einziehen, aber dafür gibt es noch einiges zu tun.
Die Pferde kommen auf ein Stück Weide mit verbranntem Gras – hier im Osten scheint der heiße Frühling noch heftiger gewesen zu sein. Es gibt frisches Heu und Christiane zeigt uns die Boxen mit kleinen Paddocks davor für die Nacht, so dass Rocco mal in Ruhe schlafen kann, ohne von Hördur aus der Box gescheucht zu werden.
Unsere Ferienwohnung ist sehr schön und hat alles, was man braucht. Zu Lenis Freude sogar einen Fernseher.
Nach anderthalb Stunden kommt Christiane mit einem riesigen vegetarischen Nudelauflauf und wir essen gemeinsam. Danach bringen Leni und ich die Pferde ins Bett und Leni darf vor dem Fernseher etwas abschalten.

 

Lenis Zusammenfassung des Tages:

GPS-Route für Nachreiter:

Wanderreiten mit Kind Ziemendorf-Prezelle GPS

Wanderreiten für Kinder – Ab ins Wendland

Ziemendorf Ahrendsee

Juhu! Endlich ist es soweit! Leni hat vermutlich seit Wochen schon unruhig geschlafen und ist tierisch aufgeregt. Ihr erster Wanderritt steht bevor! Und gleichzeitig ihr erster Urlaub mit den eigenen Pferden!

Heute ist endlich alles gepackt, der Hänger vollgestopft, Brötchen geschmiert, der Hund gefüttert, die Sattelkammer leergeräumt. Alles ist in Hänger und Auto verstaut und ich hoffe wirklich, ich habe nichts vergessen. Es ist an so viel zu denken, wenn man für ein Kind, einen Hund, zwei Pferde und sich selbst alles mitnehmen muss! Die Vorbereitungen haben mich gestern und vorgestern in Anspruch genommen, aber die Vorfreude ist groß!

Das Wetter spielt auch mit, und so kann ja gar nichts mehr schief gehen. Ich packe nun den Rest zusammen, Leni ist auch schon wach, dann müssen wir noch den Reifendruck beim Hänger prüfen, ein Heunetz in den Hänger packen und dann fahren wir zur Weide. Die Pferde sind ja in 2 Minuten verladen, und schon kann es los gehen!

Wir melden uns aus dem wunderschönen Wendland wieder. Wir machen eine feste Station in Ziemendorf am Ahrendsee und von dort aus einen 2-Tägigen mini-Wanderritt nach Prezelle und zurück. Und natürlich baden wir bei dem Wetter jeden Tag mit den Pferden im Ahrendsee!

Ach ja, das Handynetz dort ist SEHR schlecht – es kann also sein, dass ihr von uns gar nichts oder erstmal nur Texte ohne Bilder zu lesen bekommt.

Bis später!

Ponywaldschänke bei Regen, Regen, Regen

Pause

Natürlich, da ist es den ganzen Mai so wunderschön sonnig und warm, und als Leni – mein Nachwuchswanderreitertalent und Patenkind – und ich endlich unseren längsten gemeinsamen Ausritt starten mit Pause an der Ponywaldschänke, regnet es.

Angesagt war allerdings trockenes Wetter, und so haben wir doch etwas blöd aus den Regenklamotten geschaut, als es nur noch regnete.

Zum Glück hatten wir alles dabei – Regenhose und Wachsjacke für Leni und den riesigen Mantel von Loesdau für mich (und Rocco).

Es regnete wirklich vom 3. Kilometer an, bis wir wieder an der Weide waren. Die Pause an der Ponywaldschänke fiel besonders nass aus, aber wir trotzdem dem Regen, saßen unter der Kastanie am Anbinder und aßen unser leckeres bestelltes Mittagessen. Pah! Wen stört schon Regen!

Ein Wanderreiter kennt keinen Schmerz 😉
Rocco und Hördur waren allerdings beide nicht so begeistert. Trotz des Wetters war Rocco sehr langsam und kaum zum Galopp zu bewegen. Vielleicht hatte er über Nacht zu sehr gefroren und war davon müde und verkrampft. Ich beschloss daraufhin, ihn in Zukunft – so ungern ich das tue – bei solchem Wetter mit Regendecke auf die Weide zu stellen. Wenn er SO viel Energie verbraucht, nur um warm zu bleiben, ist es das nicht wert.

Und siehe da, als er am nächsten Tag – mit Decke – unterwegs war, war er wieder bester Laune.

Nach unserem ziemlich nassen und für Leni auch irgendwann kalten Ausritt gab es eine heiße Badewanne für Leni, eine heiße Dusche für mich, einen Bademantel für Gina und dann Abends noch leckere gegrillte Burger bei Freunden zum WM-Aus für Deutschland.

Zum Glück ist das Wetter für unseren geplanten Urlaub und Wanderritt deutlich besser!!

 

Heister Wald und Eis essen

Heister Wald Kachelöfchen

Heute haben wir recht spontan eine 20-Kilometer-Tour hingelegt. Ich war mit Chris, die ihren Traber-Knabstrupper-Mix Jiaccomo in Roccos Herde stehen hat, zu einem längeren Ausritt verabredet. Wir dachten, wir reiten mal wieder in den Heister Wald, in die Gegend kommen wir nicht so häufig und die Holmer Sandberge hängen uns und den Pferden langsam zu den Ohren raus 🙂

Gemütlich sind wir in Richtung Holm geritten, dort über den Lehmweg hinüber und dann im Holmer Wald eingetaucht. Danach vorbei an den zwei Reiställen, Deelenhof und Hof Weidengrund. Danach geht es bald rechts in einen Reitweg hinein, man kreuzt einen Spurenweg und schräg rechts gegenüber geht es wieder in einen Reitweg hinein. Man kreuzt eine Brücke über die Holmau und taucht dann nach einem recht schmalen Reitweg in den Heister Wald ein. Wir ritten weiter Richtung Norden, eine wunderschöne Galoppstrecke, auf der die Pferde nochmal Gas geben konnten und kamen dann nach Heist hinein. Beim Eiscafé zum Kachelöfchen gab es dann endlich eine Pause.
Die Pferde durften Grasen, Gina durfte sich ausruhen und Chris holte uns riesige Eistüten. Auch Gina bekam einen Becher mit einer Kugel Vanilleeis.

Die Pause tat allen gut und danach ging es flotten Schrittes zurück in Richtung Holmer Sandberge.
Rocco war leider nicht allzu motiviert. Gestern war er bereits länger mit seiner Reitbeteiligung unterwegs und ich denke mal, dass seine Krankheit ihm eben irgendwo immer Grenzen setzen wird. So gut seine Atmung heute auch war und sein Tempo war zumindest nicht total langsam, man merkte ihm eben an, dass er nicht 100% dabei war. Ich merke mir also, ihn vor längeren Ritten lieber einen Tag zu schonen.
Und natürlich habe ich mir heute während der Tour wieder so meine Gedanken gemacht über das Wanderreiten mit dem gesundheitlich eingeschränkten Rocco.
Vermutlich werden wir uns auf Tagestouren bis maximal 25km beschränken müssen, wenn er denn am Tag zuvor einen Ruhetag hatte. Einen Wanderritt, der länger als 2 Tage geht, sollte ich mit ihm nicht mehr machen. Und wenn dann nur mit einer Pause alle 2 Tage. Die Tagesabschnitte eines Wanderritts sollten wohl geplant eher 15km betragen – denn erstens wird es meistens doch ein wenig länger als die Route, die man sich per GPS so ausmisst, und zweitens kann man ja immernoch Schlenker einbauen, wenn man merkt, dass er noch lauffreudig genug ist.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich weiterhin mit der Überlegung spiele, mir in der näheren Zukunft (1-2 Jahre?) vielleicht doch noch ein zweites Pferd zu kaufen, mit welchem eben das Thema Wanderreiten wieder deutlich mehr angegangen werden kann. Ich würde Rocco niemals verkaufen, weil er nicht mehr die Leistung bringen kann, die ich von ihm bräuchte. Er ist und bleibt mein absolutes Herzenspferd. Aber ich möchte ihn auch nicht zu etwas drängen, was er nicht mehr leisten kann und ich möchte auf der anderen Seite gerne weiterhin flottere und längere Wanderritte machen können.

Der Gedanke muss sich erst einmal weiter setzen und in Ruhe und über längere Zeit überdacht werden. Die Finanzen müssen dafür ordentlich geprüft werden und dann bekommt Rocco vielleicht einen Kumpel, der ihm die harte Arbeit abnimmt.
Jedenfalls muss ich erst einmal damit zufrieden sein, dass Rocco gesundheitlich überhaupt wieder so weit gekommen ist und so lange Touren überhaupt möglich sind. Er wird aktuell jeden Tag bewegt, sei es von seiner  Pflegebeteiligung bei sehr sehr langen Spaziergängen oder von seiner  Reitbeteiligung bei langen, abwechslungsreichen Ausritten oder von mir bei langen Ausritten, kurzen flotten Ausritten oder auf dem Reitplatz. So gut in Form und gut konditioniert war er lange nicht mehr, denn alleine kann ich das gar nicht leisten, was wir nun zu dritt mit ihm schaffen. Roccos Mädels sind unbezahlbar 🙂

Dass Rocco überhaupt nochmal so fit werden würde, hätte ich vor anderthalb Jahren niemals für möglich gehalten. Und so muss man einfach glücklich sein, dass das Pferd überhaupt noch einmal eine solche Lebensqualität erreicht hat!

P.S.: Übrigens ist es herrlich, während eines Deutschland-WM-Spiels einen Ausritt zu machen. Wir hatten den GANZEN Wald für uns 🙂

Mini-Wanderritt

Und, wie schwitzt ihr euch so durch?
Leni und ich waren gestern bei luftigen 26 Grad an der Weide. Als die Pferde – äh sorry, Zebras 🦓 – dann gesattelt waren, war der Wind still und die Sonne draußen. Und plötzlich war es so stickig warm! Ächz. Wir sind eine gemütliche schattige Runde durch die Holmer Sandberge geritten und haben danach die Pferde mit Wasser abgekühlt. Und uns dann selbst in die nächsten Fluten gestürzt.
In 4 Wochen geht es für uns los auf den nächsten Wanderritt! Diesmal ein ganz ganz kleiner, da es für Leni eine Premiere sein wird.
Der erste Wanderritt mit 9 Jahren!

Wir freuen uns beide schon riesig auf den Urlaub mit Rocco und Isländer Hördur. Wir werden ins wunderschönen Wendland fahren und dort wieder beim Pferde- und Freizeitparadies Ziemendorf wohnen. Von dort aus starten wir viele Baderitte zur Pferdeschwemme und unseren 2-Tages-Wanderritt 😊🦓🐶