Sommerpause? Schrecktraining, Vertrauen aufbauen

Liebe Wanderreiterfreunde,

tatsächlich habt ihr länger nichts gehört, und das liegt einfach daran, dass wir etwas langsamer voran kommen, als ich mir das so vorgestellt hatte. Thema: Erwartungshaltung 😉
Der Urlaub bei Rocco hat Sly psychisch nicht so gut getan. Das ging wohl dann doch alles etwas zu schnell. Zwei Tage vor unserer Abfahrt gen Norden ist unsere Herde von der Winter- auf die Sommerweide gezogen, welche Sly tatsächlich total gruselig fand. Überall rascheln die Bäume, es weht dort meistens irgendein stärkeres Lüftchen. Er wollte partout nicht nach vorne mitkommen, wo wir einen Anbinder für die Pferde haben und unseren Bauwagen, in dem wir Futter, Putzzeug und sonstiges im Sommer lagern.
Die Weide ist wunderschön gelegen, im Sommer sitzen wir oft dort abends noch mit einem kalten Schöffi oder Alster in der Abendsonne und schauen den Pferden beim Grasen zu. Aber Sly fand das alles nicht so idyllisch wie wir.
Auf der Winterweide konnte ich beobachten, wie die Pferde ständig lagen und schliefen. Seit wir auf die Sommerweide umgezogen sind – und das ist inzwischen 3 Monate her – habe ich kein einziges Pferd liegen sehen. Sly war außerdem insgesamt plötzlich schreckhaft, sah überall Gespenster, rannte uns teilweise mit seinem dicken Quarter-Hintern über den Haufen, wenn er sich in der Schleuse am Bauwagen vorne plötzlich herumdrehte und in eine andere Ecke rannte.
Meine Vermutung: der Umzug auf die Sommerweide und zwei Tage später der Urlaub bei Rocco, wo Sly anfangs etwas weiter entfernt von den anderen Pferden stand, hat das so selbstverständlich aufgebaute Vertrauen ziemlich beschädigt. Also zurück auf 0 und von vorne anfangen.
Wir haben Sly nun seit Mitte Mai mehr vom Boden gearbeitet, sind spazieren gegangen, haben Schrecktraining gemacht, haben einfach nur mit ihm in der gruseligen Schleuse gestanden und geatmet, entspannt, ihn massiert, Magnesium gefüttert und es gab sogar zweimal Akupunktur von Chris Bahnsen, die ihn sichtlich entspannt hat.

Nun füttern wir ihm zusätzlich noch eine Nervenkräutermischung aus der Krauterie und haben den Hafer komplett abgesetzt, auch wenn es davon sowieso nur noch 1-2 Hände voll gab.
Was auch immer den gewünschten Effekt gebracht hat, es wirkt jedenfalls.
Das Vertrauen ist zurück, Sly ist deutlich entspannter, der Wind stört ihn viel weniger und auch das Satteln funktioniert wieder in der gruseligen Schleuse.
Durch eine glückliche Fügung konnten wir außerdem auf eine andere Sommerweide wechseln, welche einen steinernen Unterstand bietet, so dass er dort auch mal Schutz vor den Insekten suchen kann. Denn es hat sich leider herausgestellt, dass Sly Ekzemer ist (hauptsächlich bei Bremsen). Auch wenn er  diese Problematik in seiner alten Heimat, die auch näher an der Nordsee lag, nicht gezeigt hat, kann ein anderer Ort diese Allergie hervorheben.
Trotz Ekzemerdecke, Fliegenmaske und Ekzoderm ist er also recht genervt und alles juckt schrecklich… glücklicherweise scheuert er sich aber nicht die Haut kaputt.

Nachdem nun auch noch die Hitzewelle den Norden heimgesucht hatte, fangen wir jetzt endlich wieder an mit den Ausritten. Geplant ist im August eine Tour zu meiner Freundin Daniela, die ihr neues Pferd in der Nähe meiner Wohnung stehen hat. Hier fangen wir also wieder an, alleine loszufahren, auszureiten und Sly zu zeigen, dass man abends wieder zu Hause ankommt und nicht in der “Ferne” übernachten muss. Im September ist dann der erste Tagesritt mit Daniela geplant. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden und freue mich schon, dass es langsam losgeht!

Zu Rocco: dem geht es je nach Wetter entsprechend. Einen Tag mit 15 Grad und Nieselregen hat er groß gefeiert, mit steigen, buckeln und spielen, bis ich überall blaue Flecken hatte 😀
Eine Tierärztin war an einem sehr heißen Tag vor Ort und hat sich seinen festen Bauch angesehen. Sie vertritt hier eine andere Theorie und meint, dass der Darm das Problem sein könne. Nun sanieren wir den Darm einmal mit Mikroorganismen. Ich bin super gespannt. Wenn dadurch sein fester, aufgeblähter Bauch weggeht, können wir ihm sein Leben so viel schöner gestalten. Er läuft ja nun seit über einem Jahr mit diesem Bauch herum. Nur im Winter war dieser endlich weg, als Rocco auf Rehedyk angekommen ist. Seit die Temperaturen höher sind, ist auch der dicke Bauch wieder da – und das hat nichts mit der Futterration zu tun.
Ich hoffe so sehr, dass die Darmsanierung ihm hilft!

 

Rehedyk – Besuch bei Rocco

Urlaub auf Rehedyk

Diese Woche bin ich mit meinem Patenkind Leni, Hündin Gina und Pferdchen No. 2 Sly auf Hof Rehedyk. Wir haben uns überlegt, dass wir in diesen Maiferien keinen Wanderritt machen wollen, sondern eine andere Art von Reiturlaub. Auf dem Hof von Tanja Rühter (ehem. Böttger) lebt es sich sehr idyllisch. Gina tobt mit Tanjas Aussie-Rüden Skipper durch die Gegend, Leni bekommt Unterricht im Horsemanship und lernt, ihre Körpersprache kennenzulernen und einzusetzen sowie die Körpersprache des Pferdes besser zu deuten.
Und ich bekomme ebenfalls Unterricht, natürlich auch was die Körpersprache angeht und generell die Problemchen, die jeder Reiter

eben so individuell mit sich herumschleppt.
Die restliche Zeit verbringen wir mit Spielen, Pferdepflege, Salzkammer-Besuchen, spazieren gehen mit Rocco, Waffeln backen, Mittagsschlaf halten oder einem Besuch in Sankt Peter Ording (ohne Pferde, da es für Rocco mit seiner wieder einmal stark aufgeblähten Lunge zu viel werden könnte und außerdem für Leni noch viel zu früh für einen so aufregenden Strandritt ist).

Rocco geht es leider nicht so gut, auch wenn man es ihm charakterlich nicht anmerkt. Sein Bauch ist extrem aufgebläht, was nicht vom Futter, sondern nur von der Lunge herrührt. Das Futter ist rationiert und der Bauch ist immer gleich rund und fest. Die Schmerzfalte und die zusammengekniffenen Lippen sind auch wieder da 🙁 Ich hatte gehofft, dass dies Rocco hier in Nordseenähe erspart bleiben würde. Schon im letzten Sommer war er ständig so kugelrund, damals war ich noch nicht sicher, ob es vom Gras, der Lunge oder beidem stammte.

Sly hat sich diesmal mit dem Ortswechsel etwas schwerer getan. Er ist in unserer Herde zu Hause so gut angekommen, dass er anscheinend nicht unbedingt alleine weg möchte. Klar, als Fluchttier auch absolut natürlich. Er ist wie immer brav in den Hänger eingestiegen, doch wollte er hier immer die direkte Nähe zu den anderen Pferden haben und wiehert mir immer entgegen oder hinterher. Rocco findet Sly äußerst interessant und sucht ständig den Kontakt, während Sly nur die Nähe braucht, aber gar nicht den direkten Kontakt sucht.

Ich bin mir sicher, dass Sly sich schon freut, wenn er am Freitag wieder in seiner Herde ankommt. Wir genießen aber die schöne Zeit hier, die Sonne und lernen eine Menge Neues!

 

Eschede – Severloh Tagesritt

Alte Fuhrmanns Schänke Severloh
Ächz, stöhn, wir haben es geschafft! 30 Kilometer haben unsere supertollen Pferde heute gut weggesteckt.
Am Morgen bei einem tollen Frühstück in dem alten Gutshaus (wow, so viele Zimmer!) haben wir die Gutsverwalterin gefragt,
ob es in der Nähe ein Café oder Restaurant zum hinreiten gäbe. Sie empfahl uns die “Alte Fuhrmanns Schänke”. Google Maps zeigte einen Fußweg von zehn Kilometern dorthin an, also plante ich die Route mit meiner GPS App „Maps 3D“ für einen Tagesritt. Es stellte sich dabei heraus, dass die kürzeste Strecke zu viele Kilometer an der Landstraße entlang führen würde, also nahmen wir dann doch eine Gesamtlänge von ca. 26 Kilometern in Kauf.
Die Pferde hatten nach einer Nacht in ihren Boxen offenbar Bewegungsdrang. Im Laufe des Putzens, Sattelns und Bepackens hat sich Dexter einmal so stark in den Strick gehängt, dass der Haken nachgab und Dexter im Freiheitsdrang zu den Paddocks hinüberspazierte. Kurz darauf passierte mir ähnliches mit Sly, der beschloss, schon einmal vorzulaufen, als ich einen kurzen Moment unachtsam war und ihn frei habe grasen lassen.
Um halb 12 hatten wir uns dann endlich sortiert, die Pferde ordentlich getränkt und grasen lassen und los gings. Im Marschtempo verließen wir das Heidegut Eschede in Richtung Norden.
Nach zwei Kilometern nutzte ich ein paar Brunnenschächte (mit Deckel), um aufzusitzen. Celina wollte lieber noch warten, da Dexter heute voller Energie zu sein schien. Trotz seiner neun Jahre wirkt er wirklich wie ein Jungspund, der gerade erst eingeritten wurde und sich eben auch nicht gern an Anbindern aufhält oder Regeln akzeptiert.
So ritten und liefen wir ein langes Stück in Richtung Osten durch die endlosen und duftenden Wälder der Südheide. Irgendwann packte auch Celina die Lust zum Traben und so saß sie von der nächsten Möglichkeit (davon gibt es leider nicht viele hier) auf. Auch hier zeigte Dexter ein interessantes Verhalten. Gelernt hat er durch Celina, sich auf Fingerzeig an die Aufsteighilfe, den Baumstumpf, Baumstamm oder was auch immer heranzustellen, so dass sie aufsitzen kann. Im Urlaub scheint er dies völlig vergessen zu haben. Er steht dort, mit dem Kopf zu ihr gerichtet und schaut in die Gegend. Allerdings reicht es aus, wenn sie meine Gerte in der Hand hält und damit das Zeichen gibt (Berührung ist hier gar nicht nötig), und schon rückt der Po an die Aufsteighilfe heran und Celina kann aufsteigen.
Manchmal sind Pferde wirklich verrückt 🙂
Wir begegneten einem Traktor, der netterweise den Weg gerade neu planierte und uns somit einen perfekten Reitweg hinterließ. Wir nutzten die Gelegenheit sofort und begannen zu traben. Dexter verhielt sich dabei unerwartet ruhig, dafür musste ich vorne aufpassen, dass Sly mir nicht zu schnell wurde. Seit er seine vier Hufeisen hat, ist er im Gelände flott unterwegs und würde am liebsten nur noch schnell traben und flott durch die Wälder galoppieren. Aber er ließ sich gut regulieren und so kamen wir ohne Probleme voran.
Nachdem wir die L281 überquert hatten, wurden die Wege leider nicht mehr so schön. Viel Schotter erwartete uns hier. Leider gab es laut Karte keinen parallel verlaufenden Weg, den wir hätten nehmen können. Und so führten und ritten wir weiter, so viel wie möglich auf dem Grünstreifen, der aber von Wildschweinen sehr zerwühlt war.
Erst nach einigen Kilometern konnten wir abbiegen und einen paralleln Weg wählen. Inzwischen waren die Pferde ziemlich müde von dem langen Schritt auf dem steinigen Boden. Auch wurde es Zeit, Dexter seine neuen Hufschuhe mal auszuziehen, da er diese heute erst zum dritten Mal trug und noch in der Eingewöhnungsphase war.
Zum Glück wurde der Weg nun erst einmal sandiger, aber auch dann kam wieder Schotter. Also gingen wir weiter im Schritttempo. Sly blieb nun ständig stehen und auch Dexter hielt dann sofort an. Die Jungs brauchten eine Pause. Unser Ziel, die Alte Fuhrmann-Schänke, war nicht mehr weit entfernt und so saß ich nach Slys doch deutlichen Ansagen ab und führte ihn. Das ist eine Eigenschaft an Sly, die mir wahnsinnig gut gefällt. Er kommuniziert so gut mit seinem Menschen, dass man sofort merkt, wenn etwas nicht stimmt, etwas unangenehm ist, das Pad unangenehm sitzt, der Sattelgurt stört, der Reiter stört, er pinkeln muss, müde wird oder anderes. Und er versteht sofort, wenn man ihm nur einmal deutlich sagt, dass er gerade eine Grenze überschreitet. Selbst von meinem Patenkind Leni mit ihren 10 Jahren lässt er sich die Grenzen setzen, ohne noch einmal nachzufragen. Sly ist einfach toll <3
Der Weg wurde nun tief sandig und führte bergab in Richtung einer kleinen Straße, an der die Alte Fuhrmanns-Schänke liegt. Endlich dort angekommen, parkten wir die Pferde am Anbinder und ich besorgte erst einmal Wasser für die Beiden. Viel Durst hatten sie nicht, wir dafür aber umso mehr.
Also bestellten wir uns Eis, Latte Macchiato und Alsterwasser und verbrachten so die nächste Stunde in der Sonne sitzend. Sly begann recht schnell zu dösen, Dexter brauchte lange, um sich zu beruhigen. Doch dann stand auch er ruhig da und döste.
Irgendwann wachten die Pferde wieder auf und scharrten buchstäblich mit den Hufen: sie wollten sich wieder bewegen. Also ging es weiter. Diesmal ein kurzes Stück in Richtung Norden, dann bogen wir rechts in den Wald ab und folgten dem Weg zu Fuß. Wir überquerten nach einer Weile wieder die L281 und ritten nun in nord-östlicher Richtung weiter. Die Wege südlich der L281 schienen alle steiniger zu sein als nördlich der L281. Sobald wir die Landstraße überquert hatten, hatten die Pferde wieder sandigen Boden unter den Hufen. Wir führten sie noch eine Weile weiter, bis wir irgendwann aufsaßen und ein längeres Stück trabten. Die Muskeln brauchten dringend eine Abwechslung und beide Pferde waren hochmotiviert. Vor der Pause hatten wir befürchtet, den Rückweg im Schneckentempo zurückzulegen und die Pferde die gesamte Strecke zu führen, doch da überraschten uns nun beide. Sie marschierten beide im Schritt wie im Trab wie die Zinnsoldaten und zeigten keinerlei Müdigkeit mehr.
Wir trabten noch ein weiteres Mal eine längere Strecke und ich merkte, dass Sly am liebsten angaloppiert wäre. Celina und Dexter waren aber ja noch nicht ganz so viel reiterlich unterwegs, deshalb ging es lieber im Trab weiter.
Fünf Kilometer vor unserem Ziel saßen wir endgültig ab (Celina gönnte sich und Dexter immer wieder Pausen zu Fuß) und führten die Pferde nach Hause. Ich lockerte den Gurt um ein Loch, damit Sly es etwas angenehmer hatte auf dem Rückweg. Irgendwann blieb Sly stehen und drehte sich ständig um. Ich dachte, er müsse sich kratzen, doch dann sah ich, was er mir zeigen wollte: der Sattel war einfach komplett an seiner linken Seite heruntergerutscht. Wie war das denn passiert? Es gab keinerlei Gewicht mehr in den vorderen Packtaschen, das den Sattel hätte so stark herunterziehen können.
Meine Güte, hat dieses Pferd einen rutschigen Rücken 😀
Also blieben wir stehen und ich sattelte Sly kurzerhand neu, was er ziemlich doof fand. Das verschwitzte Fell störte ihn und er wäre den Sattel wohl gerne los geworden, um sich im Sand zu wälzen.
Damit musste er leider noch fünf weitere Kilometer warten.
Im Sonnenuntergang liefen wir die letzten Kilometer zum Heidegut zurück. Die Pferde und auch wir waren nun deutlich müde und alle wollten nur noch etwas essen und sich ausruhen.
Wir sind wahnsinnig stolz, dass beide Pferde diesen anstrengenden Tag so locker weggesteckt haben. Dass Dexter und Sly nach der Pause wieder so flott voran gelaufen sind und erst nach zehn Kilometern langsamer wurden, hätte ich nie für möglich gehalten. Wahrscheinlich bin ich hier noch zu sehr von den letzten Wanderritten mit Rocco geprägt, wo er – gesundheitsbedingt – einfach keine Energie mehr hatte um noch flott zu laufen.
Zum Glück haben wir wenigstens irgendwann feststellen können, was Rocco fehlt und er genießt weiterhin seine Frührente an der Nordsee und flirtet dort mit seiner neuen Freundin.

Eschede – Tagesritt 1

Moinmoin,

wir sind nach blitzschnellem Verladen und recht landstraßenlastiger Fahrt Mittags in Eschede angekommen. Natürlich verbindet jeder immernoch das Zugunglück mit Eschede – wir werden das jetzt mal in unseren Gehirnen überschreiben.

Denn hier ist es wirklich wunder-wunderschön!

Das Heidegut in Eschede ist eine traumhafte Anlage mit kleinen Holz-Ferienhäusern, Paddocks und Boxen mit Vollverpflegung für die Pferde und natürlich dem angrenzeden Wahnsinnsgelände der Lüneburger Heide. Außerdem gehört dem Heidegut selbst noch eine Military-Strecke mit verschiedenen Natursprüngen und entsprechend schönen Reitwegen.

Dexter und Sly stehen in zwei mit Pellets eingestreuten Fensterboxen mit Heuraufe und fühlen sich pudelwohl.

Nachdem wir unser Häuschen bezogen haben, gab es erstmal ein Alster und Spaghetti mit Pesto für den Kreislauf, dann haben wir uns die Pferde geschnappt, gesattelt und sind losgezogen.

Heute stand aufgrund der Anreise nur eine kleinere Route an. Ein Tipp der Gutsverwalterin brachte uns dazu, am Ende des Hauseigenen Geländes rechts abzubiegen und unter den Gleisen der Unglücksbahn hindurch zu den Aschauteichen zu reiten. Dieser Tipp war wirklich Gold wert, denn der Weg schlängelt sich zwischen den Seen hindurch und bietet wunderschöne Blicke auf das Wasser. Viele Fotos und weitere tolle Sand-, Schotter- und Waldwege später trafen wir wieder an der Unterführung der Bahnstrecke ein. Da die Pferde davor noch etwas Respekt hatten, war Celina so nett und führte den Weg ein Stück zu Fuß fort. Auf dem Gelände des Gutshofs angekommen wurde nun Sly deutlich langsamer. Da wir heute nur Schritt gegangen sind – denn Celina ist Dexter bisher nur ein paar Mal geritten – wurde Sly nun deutlich müde.

Nachdem wir noch zwei Kilometer in der wunderschönen Frühlingssonne zurückgelegt hatten, saßen wir nun beide ab und ließen die Pferde eine Weile grasen.

Was für ein herrlicher, toller, sonniger, warmer Tag und was für ein traumhaftes Gelände. Am liebsten würden wir einfach gleich hier bleiben!

Wanderreiter auf Tour wieder unterwegs!

Yaaaaay endlich ist es soweit!

Die Taschen sind gepackt, die Westernsättel im Hänger verstaut, Futtermischungen, Alster, Weißwein, Knabberkram, kurze und lange Hosen, Sonnencreme und Sonnenbrille eingepackt. Die Regenklamotten schön zu Hause gelassen, denn für Ostern sind 23 Grad und volle Kanne Sonnenschein angesagt!

Morgen früh packen Celina und ich die Pferde auf den Hänger und dann gehts auf nach Eschede. Dort unten in der Lüneburger Heide wollen wir unsere beiden „Neuzugänge“ mal mit dem Wanderreiten langsam vertraut machen und uns drei schöne Tage gönnen.
Celinas zweites Pferd „Dexter“, ein etwas klein geratener Holsteiner, und mein Sly sind beide Wanderreitunerfahren. Deshalb haben wir uns für einen Urlaub mit festem Standort entschieden und machen Tagesritte um die 15-20 Kilometer, damit die beiden sich an den Ablauf gewöhnen können, ohne dass sie gleich das volle Gepäck tragen müssen.

In den letzten Wochen und Monaten haben wir je nach Wetter trainiert. Celina arbeitet Dexter noch viel vom Boden, da er nicht allzu gute Erfahrungen mit den Reitern auf seinem Rücken gemacht hat. Doch in den letzten zwei Jahren hat er sich super entwickelt und viel Vertrauen gefasst. Sly und Dexter haben sich von Anfang an super verstanden und können auch am Anbinder beim Putzen nicht voneinander lassen.

Für Sly sind Reiturlaube in der Lüneburger Heide zwar nicht unbekannt, aber wie gesagt, möchte ich ihn an den Wanderreit-Ablauf gewöhnen. Morgens das Satteln und bepacken, das sparsame Umgehen mit dem Energiehaushalt, die lange Pause, wo die Pferde an Bäume gebunden dösen / sich ausruhen sollen.
Da mache ich mir allerdings keine großen Gedanken, denn Sly döst sehr gerne wenn er irgendwo angebunden wird und kann Ewigkeiten geduldig herumstehen.

Ich freu mich schon auf die endlosen Wege und Wälder… leider können wir die Hunde diesmal nicht mitnehmen, da aktuell ja Brut&Setzzeit herrscht und natürlich entsprechend überall in Niedersachsen Leinenpflicht gilt. In der Lüneburger Heide natürlich sowieso. Wir wollen uns diesmal voll auf die Pferde konzentrieren können, zumal beide Pferde noch den Umgang mit einem Hund an der Leine lernen müssen.

Wir melden uns dann aus der Heide wieder. Frohe Ostern euch!

Anbei noch ein paar Bilder der letzten Wochen..

Wanderreit-Training bei Frühlingswetter

Juhuuu es geht los! Endlich wird es heller, wärmer und freundlicher! Und bei diesen tollen früh-Frühlingstemperaturen merke ich dann auch, dass ich tatsächlich ein 6jähriges Pferd gekauft hab. Quarter oder nicht, coole Socke oder Wirbelwind, bei dem Wetter drehen sie alle durch. Nur die Lungenkranken nicht, die stehen rum und freuen sich übers Nichtstun.

Sly, Gina und ich waren heute wieder mit Chris und Jiccomo ausreiten. Jiacco legt als halb-Traber ein ziemliches Tempo vor, und ich bin so stolz und froh über meinen hübschen Sly, dass er da sehr gut mithalten kann! 😊😍

Wir waren endlich mal wieder im Forst Klövensteen und sind einige Male schön flott galoppiert. Sly und Jiaccomo hatten beide tierischen Spaß an unserem Ausritt, von uns natürlich auch Gina ganz zu Schweigen.

Nach ca. 9km war Sly dann aber auch langsam müde. Wir haben die beiden trotzdem noch einmal zu einem kurzen Galopp überredet und danach sind beide Pferde in flottem Schritt nach Hause gelaufen.

Ich freu mich so auf alles, was da noch kommt!

 

Hufschuhe, Hufeisen, Hufwachstum..

Sly und ich gehen das Training langsam an, da wir noch die richtige Lösung für seine fühligen Hüfchen suchen. Dallmer Hufclogs waren es wohl nicht (die klemmen wohl zu doll den Huf zusammen? Jedenfalls machten sie keinen großen Unterschied), jetzt haben wir zumindest vorne die Equine Fusion Jogginschuhe, die Rocco früher auch schonmal getragen hat. Ich bin etwas unsicher damit, da Rocco mit ähnlichen Schuhen mal im Galopp über Kopf gegangen ist und auch mit den Jogginschuhen damals viel gestolpert ist. Das muss nicht sein…
Wir versuchen es erst noch weiter mit den Joggingschuhen, zumindest für Schritt+Trabausritte sollte das gehen. Bei Galopp bin ich mir seit Roccos Sturz mit meiner Freundin Inga unsicher. Und wir brauchen die Schuhe wohl auch für die Hinterhufe, denn auch die tun ihm weh.
Vermutlich muss der arme Sly nach dem Winter erst einmal 4 Hufeisen bekommen und wir müssen abwarten, ob seine Hufsohlen etwas härter werden. Wenigstens hinten wäre das wirklich hilfreich, denn ich mag keine 4 Hufeisen. Und mein Konto auch nicht 😉 Aber 4 Hufschuhe mit Stolpergefahr mag ich noch weniger.
Doch jetzt ist erst einmal die Hauptsache, dass Sly nicht wie auf rohen Eiern läuft, sobald er harten Boden unter den Hufen hat. Er kann so einen schönen, flotten Schritt hinlegen, wenn er auf weichem Boden läuft und macht sich auch sonst super.
Er reagiert auf dem Reitplatz leider ziemlich sauer auf Schenkeldruck, ich vermute mal, da wurden früher die Sporen allzu deutlich eingesetzt. Da meine Waden aber ohne Dornfortsätze auskommen und ich zusehe, dass mein Schenkeldruck minimal ist, werden wir das schon hinbekommen.
Die Osteopatin war da und hat ihm ein paar Blockaden gelöst, die Zahnärztin war da und hat einen echt fiesen hochgewachsenen Backenzahn, der schon das Zahnfleisch verletzt hat, begradigt und generell die Zähne auf Vordermann gebracht.
Sly ist jetzt also rundum vorbereitet, der neue Sattel ist auch da und passt hervorragend und der Frost ist auch erstmal vorbei.
Wenn wir also eine gute Lösung für die Hufe haben, steht den richtig langen Ausritten und dem Training für den ersten Wanderritt auch bald nichts mehr im Weg 🙂

 

Rocco hat wieder Dampf abgelassen, als ich das letzte Mal bei ihm war und ist wie von der Tarantel gestochen mit seinem Ball durch die Halle gefetzt. Das Video gibt es auf Facebook. Er ist einfach zu lustig.

Ansonsten ist er sehr zufrieden mit seinem Leben in Rente und hat wieder deutlich mehr Energie. Auch in der Herde ist er gut angekommen und weicht nicht mehr jedem Pferd aus, traut sich auch in den großen Unterstand, wenn dort andere Pferde stehen und schickt sogar auch mal ein anderes Herdenmitglied aus dem Weg. Ich bin wahnsinnig froh, dass es ihm so gut dort geht!

Neues Crew-Mitgleid

Frohes Neues Jahr liebe Wanderreiter, Reiter und Leser 😊🥂

Gleich zum neuen Jahr gibt es eine gute Nachricht: Wanderreiter auf Tour hat Verstärkung bekommen. Eine ganze Pferdestärke 😊🦄

Sagt Hallo zu Sly – einem 6jährigen American Quarter Horse. Der Hübsche Kerl hat sich innerhalb kürzester Zeit super bei uns eingelebt und nimmt Roccos alten Weideplatz ein. Wir haben schon erste Ausritte hinter uns und auch auf dem Reitplatz mit super Unterstützung von Daniela Kämmerer gearbeitet. Sly ist entsprechend seiner Rasse eine coole Socke, den bringt so schnell nichts aus der Ruhe.

Er hat totalen Spaß am ausreiten und wird mit seinen neuen Hufschuhen jetzt auch auf Asphalt schön voran schreiten können😊

Er ist einfach nur zum knutschen.

Rocco haben wir übrigens auch gestern besucht und haben uns einfach mal ohne Sattel auf seinen Rücken geschwungen. Mit mir ist Rocco dann sofort angaloppiert und hat netterweise dabei die Anlehnung gesucht, sodass ich gut sitzen konnte😍 Ein feiner Kerl! Außerdem liebt er es, in der Reithalle wieder mit seinem Gymnastikball zu toben🙈

Seine Lunge ist aber weiterhin sehr aufgebläht und die Nüstern leicht hochgezogen.. dafür ist die Atmung aber in einem normalen Rythmus.

Ich freue mich auf ein neues Jahr und ENDLICH wieder die anstehenden Wanderritte❤❤🐎

Ihr lest natürlich weiterhin von uns 😁

Rocco das Seepferdchen

Etwas verspätet kommt nun auch endlich der Bericht über Roccos Umzug in die neue Heimat!

Am 24.11. habe ich Rocco in seine neue Heimat an der frischen Nordseeluft gebracht. Es tat mir echt im Herzen weh, ihn aus seiner gewohnten Umgebung reißen zu müssen und ihn Stress auszusetzen, den ein krankes Pferd einfach nicht unbedingt haben sollte.
Aber die Aussicht, dass er dort wahrscheinlich viele bessere Tage haben wird als bei uns – und das ohne ständiges Inhalieren, Schleimlöser fressen, Bauch massieren und so weiter, war es mir eben doch auf jeden Fall wert.

Außerdem hatte ich wirklich Angst, dass Rocco noch so einen Jahrhundertsommer nicht überstehen wird 🙁
Die neue Heimat ist der Hof Rehedyk von Tanja Rühter-Böttger in Sankt Michaelisdonn in der Nähe von Friedrichskoog. Die Nordsee ist dort 10km Luftlinie entfernt, was aber immernoch absolut ausreicht, um die Atemwege zu pflegen und den Schleim zu lösen.

Silke – eine Freundin aus unserem Stall hier bei Hamburg – und meine Reitbeteiligung Emma haben Rocco und mich begleitet. Und so haben wir ein paar Tage in einer der schönen Ferienwohnungen von Tanja gewohnt und Rocco Gesellschaft geleistet.

Die Zeit verging wie im Flug und Rocco wurde langsam in die Herde integriert. Da es eine Menge Platz zum Ausweichen und viele Möglichkeiten zum Unterstellen gibt, gab es hier keine weiteren Probleme. Rocco ist rangniedrig und hält sich lieber raus, dafür braucht er aber auch länger, um sich irgendwie an die anderen heran zu trauen.
Nachts durfte er weiterhin in einer großen, luftigen, staubarmen Box stehen und in Ruhe sein gewässertes Heu knabbern und in seinem Bettchen schlafen, während die anderen drei Pferde aus der Herde vor seiner Tür übernachten.

So hat Rocco nachts die Ruhe, die er braucht und bekommt genug zu futtern, ohne Stress zu bekommen. Tagsüber kommt er dann zu den anderen dazu und hinter dem großzügigen Paddock-Trail wird bei guten Wetterbedingungen auch im Winter das Weidetor geöffnet. Dort haben die Pferde unendlich viel Platz und viel leckeres Marsch-Gras zum genießen.

Nun sind schon drei Wochen vergangen, in denen Emma und ich Rocco abwechselnd oder auch zusammen besucht haben. In Tanjas Reithalle darf Rocco sich austoben und sogar endlich wieder mit seinem Gymnastikball spielen. Und wie er das macht!

Die Luft tut ihm gut, die Nase läuft ohne unser Zutun. In Hamburg haben wir das selbst mit regelmäßigem Inhalieren plus Scheimlöser nicht mehr geschafft.

Und auch sonst scheint Rocco recht entspannt dort zu sein und genießt das Rentnerdasein. Außerdem freundet er sich wohl mit der Stute der Herde an, was mich wirklich sehr freut. Rocco ist so süß mit Stuten, dass ich mir immer gewünscht habe, ihn mal irgendwann in eine Herde mit Stuten stellen zu können. So kann er also sein Frührentnerdasein auch noch mit einer Freundin verbringen <3

Ich bin unendlich erleichtert, dass es Rocco dort gut geht und er gut in der Herde ankommt, auch wenn es bei ihm immer ein wenig dauert. Natürlich geht es ihm auch dort an warmen, sehr feuchten Tagen schlecht. Die Krankheit ist da und wird ja durch die gute, jodhaltige Luft nicht geheilt. Aber der Schleim löst sich automatisch und so heilen hoffentlich auch die Entzündungen in der Lunge und dem Lungengewebe besser ab und er hat eine Chance, ohne Infekte noch eine schöne Zeit zu haben. Und hoffentlich auch mit weniger Beschwerden was den Rentner-Weidealltag angeht.

Ich kann den Hof Rehedyk für Wanderreiter, Kurpferde oder eben Rentner allerwärmstens empfehlen – Tanja hat dort auch eine Salzkammer und den Air One Inhalator und hat selbst zwei eigene lungenkranke Pferde und widmet sich allen Pferden immer mit voller Aufmerksamkeit und Zuneigung. Außerdem gibt es mehrere offene Gastboxen, Weidestücke sowie Gästezimmer und Ferienwohnungen. Bei Interesse könnt ihr Tanja einfach anschreiben 🙂 Empfehlen kann ich übrigens auch ihre Kurse und Seminare als TGT-Zertifizierte Trainerin auf dem idyllischen Hof 🙂

 

Säbelscheidentrachea, Lungenfibrose, COB,.. da bleibt einem die Luft weg..

säbelscheidentrachea

Hallo liebe Wanderreit-Freunde,

heute schreibe ich mit schwerem Herzen diesen Beitrag. Rocco hat sich leider den ganzen Sommer hindurch nicht besonders gut gefühlt. Er stand ständig mit sehr aufgeblähtem Bauch (Lunge?) auf der Weide, man durfte seinen Bauch hinten-unten nicht anfassen (dann flog eventuell der Hinterhuf) und seine Nüstern waren oft im Schmerz leicht nach oben gezogen. Meine Reitbeteiligung Emma und ich begannen also, ein Tagebuch zu führen. Wetterdaten, Zustand Rocco, Fotos der Nüstern + des Bauches, Beobachten der Falten und der Scheimhäute. Der Sommer war wunderschön für uns, aber für ein lungenkrankes Pferd war er die Hölle.

Wir dokumentierten sehr, sehr viele Tage mit hochgezogenen Nüstern und Blähbauch. Es gab häufig Tage, an denen er uns keinen Schritt entgegen kam, sondern wartete, bis wir über die große Weide zu ihm kamen, ihm sein Leckerli gaben, dann durften wir auch schon wieder gehen. Er mochte einfach nicht mitkommen, geschweige denn geritten werden.

Nach dem Wanderritt mit meinem Patenkind beschloss ich schon, Rocco selbst entscheiden zu lassen, wann er etwas tun möchte und wann nicht. Denn dass er auf dem Wanderritt so unmotiviert und antriebslos war, war für mich ein sehr alarmierendes Zeichen. Er liebt es, in fremdem Gelände zu laufen und marschiert dort normalerweise vorwärts wie ein Zinnsoldat.

Es stand ziemlich schnell fest, dass Rocco wirklich nicht viel wollte. Fressen, kuscheln, spazieren gehen. Reiten war ab und zu drin, dann aber meist eher langsam. Maximal eine Stunde Ausreiten, dabei ein paar kurze Trab- und Galoppsequenzen. Nichts anstrengendes. Immer so, wie Rocco es zuließ.

Im Herbst fing er sich dann gleich zwei Schlundverstopfungen innerhalb von einer Woche ein. Ich nahm mir vor, mit meinem Tierarzt zu sprechen, ob wir Rocco einmal genauer untersuchen könnten. Was war mit ihm los? Hatte er vielleicht doch etwas mit dem Magen oder Darm? War der aufgeblähte Bauch doch nicht die Lunge, sondern etwas anderes?

Und vor anderthalb Wochen hatten wir dann einen Termin: Gastroskopie, Ultraschall der Lunge (wie kaputt ist sie denn jetzt?) und eventuell Ultraschall von Magen und Darm.

Die Gastroskopie ergab nichts spannendes und die Tierärztin überredete mich, doch nochmal eine Bronchioskopie zu machen. Nach drei Jahren, so meinte sie, könne sich da einiges verändert haben. Das stimmt natürlich auch wieder.

Also kam der nächste Schlauch mit Kamera durch die Nüster, diesmal in die andere Röhre. Doch zuerst stellte die Tierärztin fest, dass man bei Rocco durch die linke Nüster gar nicht hindurch kommt. Nicht einmal mit dem kleinen Finger konnte man hier weit kommen. Roccos Nase ist ja sehr schief, aber dass es so schlimm ist, war mir nicht bewusst. Dann kommt natürlich auch viel weniger Luft durch diese Nüster!

Als die Kamera durch Roccos Luftröhre fuhr, wurde mir ganz schlecht. Die Luftröhre war viel enger, als ich sie in Erinnerung hatte aus der Untersuchung vor drei Jahren. Auch der Tierärztin fiel das sofort auf. Und die Tatsache, dass man recht viel Knorpel auf dem Video sehen konnte.

säbelscheidentrachea
Säbelscheidentrachea – dieses Bild kommt noch aus der letzten Bronchioskopie vor 3 Jahren..Damals wurde es nicht erkannt.

Sie stellte fest: Rocco hat eine Säbelscheidentrachea. Eine genetisch bedingte Verengung der Luftröhre, die sich nicht aufhalten lässt und fortschreitet. Die Luftröhre wird immer ovaler und verknorpelt immer mehr.

Das war wirklich niederschmetternd. Kein Wunder, dass die Luft nicht aus der Lunge herausbekommt, wenn er nur eine richtig funktionierende Nüster hat und dann auch noch die Luftröhre so furchtbar eng ist…

Es wurde noch eine Schleimprobe entnommen, dann waren endlich alle Schläuche aus Roccos Hals entfernt.

Als nächstes packten die Tierärzte das Ultraschallgerät aus und untersuchten die Lunge. Ich hatte Rocco extra vorher die Lunge frei-geschoren.  Sieht völlig bescheuert aus und der arme Kerl muss nun mit Decke auf der Weide stehen, aber wir haben auch da ein Ergebnis bekommen. Und zwar ein niederschmetterndes.

Egal, welchen Ultraschallkopf der Tierarzt ausprobierte – Roccos Lunge war nicht zu sehen. Nach einer halbe Stunde des ausprobierens stellte der Tierarzt daraufhin fest: Rocco hat außerdem eine Lungenfibrose im Endstadium. Also komplett vernarbtes und entzündliches Lungengewebe…

Zusammen mit der Säbelscheidentrachea, der superengen Nüster und der COB, die er ja schon länger hat, haben wir also bestimmt einen 3-fachen Gewinn im Lotto geschafft…

Aber so stand auch sehr schnell fest, dass Rocco dringend an die Nordsee muss, und zwar für immer. Würde ich ihn hier behalten, wüsste ich nicht, ob er den nächsten Sommer noch schafft. Ich möchte, dass Rocco es gut hat und er nicht leiden muss, wenn er einfach nur auf der Weide steht. Ich fände es so toll, wenn er noch ein paar. jahre ein Leben mit weniger Beschwerden führen kann.

Deshalb zieht Rocco am 24.11. leider um an die Nordsee, wo er in meinem Besitz bleibt, aber ein Frührentendasein genießen kann. Er wohnt dort in einem tollen Stall mit Offenstallhaltung, Salzkammer und allem, was man sich wünscht. Es gibt sogar Ferienwohnungen, so dass ich auch länger bleiben kann, wenn ich Rocco besuche.

Wir werden versuchen, ihn jede Woche einmal zu besuchen – also einen Tag Emma, den anderen Tag ich. Und dann hoffen wir mal, dass Rocco sich dort gut und schnell einleben kann und es ihm an der guten Seeluft besser gehen wird!!! 🙁 🙁 🙁

Ich werde ihn sehr sehr vermissen..