Bauchatmung, Inhalieren, Schleim lösen und obendrauf noch Hufverbände – Achtung, Frust!

Ich mag nicht mehr!

Seit 4 Wochen bin ich nun wieder dabei, Rocco 3 mal wöchentlich zu inhalieren, füttere Schleimlöser und bewege ihn so viel und so flott wie die Witterung und meine Zeit es zulassen. Rocco hat nun auch eine ganz tolle Pflegebeteiligung, die riesige Spaziergänge (ca. 10km)  mit ihm unternimmt sowie eine tolle Reitbeteiligung, die Lust auf lange Ausritte hat. Selbst wenn die Witterung nicht mitspielt, kommt Rocco auf den Hänger und wir fahren in eine Reithalle in der Nähe, die ich gegen Gebühr benutzen darf. An Bewegung und Arbeit für die Lunge mangelt es auf jeden Fall nicht.
Da der neu festgesetzte Schleim aber trotz allem nicht ganz raus wollte, sind wir nun dabei, die Lunge beim inhalieren zu weiten und die Salzdosis zu erhöhen – natürlich alles in Rücksprache und nach Anleitung von Rebekka Heppner, bei der Rocco zur Kur stand. Man kann viel falsch machen und bei zu hoher oder zu lange erhöhter Salzdosis das Pferd von innen verätzen! Also Vorsicht!

Seit wir nun also auch noch die Lunge weiten und dann weiterinhalieren, fängt Rocco auch endlich an zu husten. Also kommt nun auch der tiefsitzende Kram hoch, der sich in der kurzen Zeit in der Heimat wieder eingenistet hat.

Da sieht man mal: die Haltung kann noch so optimal sein – das Pferd war sehr stark an COB erkrankt und nun muss man immer am Ball bleiben – sonst ist er schnell wieder bis oben hin vollgeschleimt.

Ein Pferd, das man auf der Weide parken und mal ein paar Monate in Ruhe lassen kann, ist Rocco nun definitiv nicht mehr. Mit Ausnahme vielleicht auf einer Weide an der Nordsee..

Dazu kommt leider, dass Rocco nach einer Hautpilzerkrankung Ende des Sommers nun unter Grasmilben leidet und die letzten Wunden nicht richtig los wird.
Nachdem wir nun seit 3 Wochen die Beine mit diversen Mitteln vom Tierarzt waschen, Schwefelblüte füttern, die Borken mit einem Handtuch vorsichtig abrubbeln, die offenen Stellen mit antibiotischer Salbe eincremen, etwas gegen das Jucken hinzufügen, Rocco ein paar Nächte in der Box verbracht hat und ein paar Tage mit Hufverbänden herumgelaufen ist, sind die Wunden leider immer noch nicht besser geworden. Ein letzter Rest hält sich hartnäckig. Nun hat die Tierärztin ihm noch einen Angussverband an jedem Vorderbein verpasst und das scheint endlich Wirkung zu zeigen!
Heute sahen die Stellen sehr gut aus, waren nicht mehr fleischig und schön sauber ohne Borken. Doch er stand außerdem wieder 2 Nächte in der Box, was seiner Lunge wiederum nicht so gut tut – auch wenn dort alles so staubarm ist wie nur möglich. Eine COB-Lunge braucht Bewegung.
Nun habe ich die Verbände gewechselt und es gibt wieder antibiotische Salbe, vermischt mit Bepanthen, damit die Wunden auch mal etwas Pflege abbekommen. Ich hoffe wirklich, dass ich übermorgen nicht wieder geschwollene Beine mit fleischigen Stellen zu sehen bekomme, wenn ich die Verbände abnehme..
Oben drauf haben wir nun ja auch endlich kälteres Wetter und die Luft wird besonders Nachts sehr kalt und kratzt hier die 0 Grad an. Das ist für die lungenkranken Pferde und auch Menschen kein Spaß, denn das Gewebe zieht sich zusammen und das Atmen fällt noch schwerer. So natürlich auch bei Rocco. Völlig verzweifelt habe ich vorgestern Rebekka angerufen, da Rocco schon wieder einen totalen Leistungseinbruch hat, viel schneller wieder aus der Puste ist, kaum noch über den Rücken laufen und sich selbst tragen mag und der Galopp ihm wieder sehr schwer fällt. Und natürlich hat er seit Wochen schon wieder eine ständige Bauchatmung vorzuzeigen, wie auf dem Video zu sehen ist.

Zum Glück konnte Rebekka mir erklären, dass es mit dem kalten Wetter zu tun hat und Rocco etwas brauchen wird, sich daran anzupassen. Im Moment mag er am liebsten am langen Zügel geritten werden (dann läuft er auch über den Rücken), denn so bekommt er am besten Luft.
Nur frage ich mich dabei: was ist denn, wenn es Wetter dann wieder schlagartig auf 15 Grad wechselt, so wie wir es in den letzten Wintern immer hatten? Und dann wechselt es wieder auf 0 Grad und darunter. Ist Rocco dann ständig dabei, sich an die neuen Umstände gewöhnen zu müssen?

Was für eine Qual für die armen Lungenkranken – sei es Pferd oder Mensch. Und bei aller Sorge um das Lieblingspferd – was für ein Frust für mich als Besitzerin. Heute standen uns die allerschönsten, trockenen, frisch glattgezogenen Reitwege der Holmer Sandberge offen. Sogar meine Hündin Gina hat Rocco immer wieder angebellt, damit er endlich mal angaloppiert. Doch jeder Galopp endete in einer stark erhöhten Atmung und fiel somit auch recht kurz aus. Die Reitwege haben wir dann zu großen Teilen im Schritt und Trab passiert.
Und doch zeigt Rocco immer wieder, sobald man die Zügel aufnimmt, dass er laufen möchte. Er trabt sofort los…. aber merkt dann doch recht schnell, dass ihm der Sauerstoff fehlt, und somit geht die Energie auch schnell flöten.

Mein armer  Rocco 🙁 Was für ein besch*****es Leben…. Und er kann nicht mehr geheilt werden.. man kann ihn nur so beschwerdefrei wie möglich halten – mit viel Aufwand.

Ich möchte wirklich gern mal wieder einfach nur mein Pferd von der Weide holen, satteln, reiten, und zwar auf allen geeigneten Wegen traben und galoppieren, minutenlang durchgaloppieren, zurück im Stall das Pferd nur füttern und wieder auf die Weide bringen. Ohne jegliche Verpflichtungen und Sorgen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.